In einigen der ausführlichsten Tests Deutschlands präsentieren wir …

beyerdynamic DT 270 PRO im Test

Kompakte Studiokopfhörer, die für die richtige Zielgruppe vieles richtig machen

Von Christoffer Karlsson, zuletzt aktualisiert am 31. März 2026

beyerdynamic DT 270 PRO in der Frühlingssonne an einem Baumstamm

Foto: © TheSoundlabs

Soundlabs-Maskottchen in Form eines fröhlichen Affen mit Kopfhörern, der das Soundlabs-Symbol und ein Schild „Soundlabs empfiehlt“ hält
beyerdynamic DT 270 PRO
beyerdynamic DT 270 PRO
4,5/5

beyerdynamics neue kompakte Over-Ear-Kopfhörer schneiden besser ab als viele Full-Size-Modelle und bieten eine ebenso gute Verarbeitungs- und Klangqualität wie deutlich teurere Modelle von beyerdynamic.

Klangqualität 4,4/5
Komfort 4,1/5
Verarbeitungsqualität 4,5/5
Preis-Leistungs-Verhältnis 5,0/5

Vorteile

  • Natürliche Klangqualität
  • Solide Konstruktion in typischer beyerdynamic-Manier
  • Klein und leicht zu transportieren
  • Leicht anzutreiben
  • Bessere Basswiedergabe als beim DT 770 PRO

Nachteile

  • Bei größeren Köpfen kann längeres Tragen unangenehm werden
  • Das Klangbild ist nicht so breit wie bei Full-Size-Over-Ears

Einleitung

beyerdynamic DT 270 PRO auf einem roten Metalltisch

Foto: © TheSoundlabs

Die meisten haben schon von ihnen gehört, und praktisch jeder hat sie irgendwo gesehen – schließlich sind Produkte von beyerdynamic sowohl in Musikstudios als auch bei Interviews und im Sportbereich weit verbreitet. Ein persönlicher Favorit von mir ist der DT 770 PRO, den ich selbst seit fast sechs Jahren täglich nutze.

Gegen Ende 2025 brachte beyerdynamic ein Modell auf den Markt, das der Hersteller selbst als Nachfolger des DT 770 PRO bezeichnet – allerdings in kompakterem Format: den DT 270 PRO. Genau dieses Modell konnte ich nun ausführlich testen.

Mit dem DT 270 PRO richtet sich beyerdynamic vor allem an Nutzer, die Studiokopfhörer in einem kompakten Format suchen. Gleichzeitig sind sie für alle interessant, die Studioqualität auch im Alltag nutzen möchten. Dank des mitgelieferten Zubehörs lassen sich die Kopfhörer sowohl an PC und Smartphone als auch an ein Mischpult anschließen.

beyerdynamic ist für durchgehend hochwertige Produkte bekannt. Mit dem DT 270 PRO präsentiert der Hersteller seine ersten kompakten Studiokopfhörer im Over-Ear-Format. Zeit also, genauer hinzusehen und herauszufinden, was sie tatsächlich leisten.

Preis

  • beyerdynamics günstigste Kopfhörer
  • Rund 35 Euro günstiger als der größere DT 770 PRO
beyerdynamic DT 270 PRO auf einem Holzgeländer im Sonnenschein

Der beyerdynamic DT 270 PRO ist seit Oktober 2025 erhältlich und kostet rund 100 Euro.

In dieser Preisklasse ist die Konkurrenz groß, auch bei kabelgebundenen Studiokopfhörern. Erst wenn man die Auswahl auf kompakte Over-Ear-Modelle eingrenzt, wird das Angebot sehr klein – nahezu nicht existent. Genau deshalb ist der beyerdynamic DT 270 PRO interessant und sollte definitiv Käufer ansprechen, die leicht transportierbare Kopfhörer suchen, die sich gleichzeitig gut im Alltag verwenden lassen.

Doch bedeutet die geringe Konkurrenz vielleicht auch, dass gute kompakte Over-Ear-Studiokopfhörer besonders schwierig zu konstruieren sind? Weiterlesen und herausfinden …

Verarbeitungsqualität, Design und Komfort

  • Überraschend geräumig für das kompakte Format
  • Robust und solide – typisch beyerdynamic
  • Für größere Köpfe etwas zu hoher Anpressdruck

Video: © TheSoundlabs

Viele behaupten, dass Over-Ear-Kopfhörer schon früh nahezu perfektioniert wurden und es kaum Gründe gab, ein funktionierendes Konzept grundlegend zu verändern. Mit dem DT 270 PRO scheint beyerdynamic diese Vorstellung zumindest etwas korrigieren zu wollen. Als ich den DT 270 PRO zum ersten Mal auspackte, dachte ich: „Sind das wirklich Over-Ear-Kopfhörer?“ Auf den ersten Blick wirken sie nämlich eher wie ein On-Ear-Modell. Sobald ich sie aufsetzte, war jedoch klar, dass es tatsächlich Over-Ears sind. Selbst meine etwas größeren Ohren passen mit etwas Spielraum vollständig in die Ohrmuscheln.

Abgesehen vom kompakteren Format erinnern sie stark an die größeren Studiomodelle von beyerdynamic. Auch die Modellbezeichnung auf jeder Ohrmuschel ist vorhanden – ein Detail, das längst zu einem typischen Erkennungsmerkmal der Marke geworden ist.

Mit 194 Gramm sind die DT 270 PRO deutlich leichter als die meisten anderen Over-Ear-Kopfhörer. Das überrascht angesichts des kompakten Formats kaum. Zum Vergleich: Mein DT 770 PRO brachte bei meiner Messung 270 Gramm auf die Waage. Die DT 270 PRO sind bequem und angenehm leicht zu tragen. Trotz meiner etwas größeren Ohren hatte ich auch bei längerer Nutzung keine Probleme mit den Ohrpolstern. Etwas unangenehmer wurde dagegen nach längeren Sessions der Druck über dem Kopf. Da auch mein Kopf eher größer ausfällt, ist längeres Tragen nicht ganz optimal. Hier ist der DT 770 PRO mit seinem geringeren Anpressdruck angenehmer.

Ansonsten entspricht das Design genau dem, was man von beyerdynamic erwartet – und das ist positiv gemeint. Die Verarbeitung ist hochwertig, der gepolsterte Kopfbügel ist nicht austauschbar, dafür mit Federstahl verstärkt und verstellbar. Die Ohrpolster bestehen aus Velours und können ausgetauscht werden.

Zum Lieferumfang gehört außerdem ein weicher Kordelzugbeutel aus Veloursmaterial. Er schützt gut vor Kratzern, bietet aber keinen wirklichen Stoßschutz.

Funktionen

  • Mit 45 Ohm leicht anzutreiben
  • 1,3 Meter langes Spiralkabel
  • USB-C-Adapter im Lieferumfang
beyerdynamic DT 270 PRO im Sonnenschein auf Asphaltgranulat

Foto: © TheSoundlabs

Wer Over-Ear-Kopfhörer im Alltag gewohnt ist, denkt schnell an zahlreiche Funktionen, die es sich zu besprechen lohnt. Dabei vergisst man leicht, dass viele dieser Extras ausschließlich bei kabellosen Modellen relevant sind. Bei kabelgebundenen Over-Ears – und insbesondere bei Studiokopfhörern – sieht das anders aus. Hier geht es in erster Linie um eine möglichst gute, natürliche Klangwiedergabe und einen bequemen Sitz. Zusätzliche Funktionen und Spielereien sind hier nicht relevant.

Für die Wiedergabe setzt beyerdynamic auf die STELLAR.45-Treiber mit 45 Ohm Impedanz und einem Frequenzbereich von 5 bis 24.000 Hz.

Erwähnenswert ist außerdem, dass sich an der Unterseite beider Ohrmuscheln jeweils ein 3,5-mm-Anschluss befindet. Dadurch kann das Kabel je nach Vorliebe links oder rechts angeschlossen werden. Das mitgelieferte Spiralkabel besitzt an beiden Enden einen 3,5-mm-Stecker und ist im Ruhezustand 1,3 Meter lang. Ausgezogen erreicht es bis zu 3 Meter. Für ein Mischpult oder einen Verstärker in unmittelbarer Nähe ist diese Länge gut geeignet, ebenso für Smartphone oder Laptop. Zusätzlich liegt ein aufschraubbarer 6,35-mm-Klinkenadapter bei.

Der mitgelieferte USB-C-Adapter erweitert die Einsatzmöglichkeiten zusätzlich. Einige Nutzer werden sich mit Sicherheit ein längeres, nicht spiralförmiges Kabel anschaffen wollen.

Klang

  • Tieferer Bass als beim DT 770 PRO
  • Natürliche Klangabstimmung
  • Hervorragend für Instrumente geeignet
  • EQ-Anpassung ist empfehlenswert, um den Klang an die eigenen Vorlieben anzupassen
beyerdynamic DT 270 PRO auf einem Schlagzeughocker

Foto: © TheSoundlabs

Endlich geht es an den Bereich, in dem sich der DT 270 PRO wirklich beweisen muss: den Klang. Als ich ihn zum ersten Mal über den USB-C-Adapter mit meinem Smartphone verband, war ich vollkommen entspannt, was die zu erwartende Leistung anging. beyerdynamic hat mich bislang nicht enttäuscht – und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Insgesamt liefern die Kopfhörer ein sehr natürliches Klangbild, wenn auch etwas schmaler, als man es von größeren Over-Ear-Modellen gewohnt ist.

Da es sich ausdrücklich um Studiokopfhörer handelt, war der nächste logische Schritt für mich, sie an mein digitales Schlagzeug anzuschließen. Dort spielten sie ihre Stärken vollständig aus. Ich würde an der Abstimmung nichts ändern wollen. Mein Drumset hat bislang noch nie so gut geklungen wie über den DT 270 PRO. Der kräftige, aber natürliche Kickbass bringt sämtliche Nuancen sehr gut zur Geltung, die Becken klingen sauber und detailliert, und auch die Toms werden ausgesprochen natürlich wiedergegeben.

Vor dem Test hatte ich einige Nutzerkommentare gelesen, in denen den Kopfhörern zu viel Bass vorgeworfen wurde. Das stimmt wirklich nicht. Der Bass ist sehr ausgewogen und präzise – aus meiner Sicht sogar besser als beim DT 770 PRO. Was möglicherweise als „zu viel Bass“ wahrgenommen wird, dürfte in manchen Setups eher an etwas zu zurückhaltenden Höhen liegen. Genau diesen Eindruck hatte ich beim Anschluss an mein Smartphone, das keine EQ-Anpassung ermöglicht. Ähnlich war es am Mischpult mit neutralen Reglern. Eine minimale Anhebung der oberen Frequenzen ließ die Kopfhörer sofort noch lebendiger wirken. Für ausgewiesene Studiokopfhörer ist das kaum ein Problem: Die meisten potenziellen Käufer dürften ohnehin Zugriff auf irgendeine Form von EQ haben und können den Klang entsprechend anpassen. Genug der ersten Eindrücke – weiter mit den gewohnten Testtiteln.

Mit neutral eingestelltem EQ beginne ich mit Radioheads „15 Step“. Schon das Intro klingt so detailliert, wie ich es von einem beyerdynamic-Produkt erwartet habe. Der Bass ist kräftig, warm und präzise. In dieser Preisklasse schlagen die DT 270 PRO damit die meisten anderen Kopfhörer klar. Auch Thom Yorkes Stimme kommt sehr gut zur Geltung und steht weit vorn im Mix, fast so, als würde er direkt neben einem singen. Erst nach gut einer Minute, wenn das Ride-Becken einsetzt, fällt eine gewisse Zurückhaltung in den Höhen auf. Mit einer kleinen EQ-Anpassung tritt das Ride-Becken klarer hervor und die Dynamik verbessert sich deutlich. Was mir dann vor allem fehlt, ist etwas mehr räumliche Breite. Das kompaktere Gehäuse kann nicht dieselbe Weite erzeugen wie größere Over-Ear-Modelle.

Der nächste Titel besitzt einen Bass, der auf schwächeren Kopfhörern schnell alles andere überdecken kann: „Wouldn’t Have It Any Other Way“ von The Streets. Beim DT 270 PRO passiert das nicht. Der Bass wirkt im Vergleich mit vielen anderen Kopfhörern, die ich mit diesem Song getestet habe, überraschend zurückhaltend – und genau so sollte er meiner Meinung nach klingen: weder dröhnend noch übertrieben. Die Stimme kommt sauber im Mitteltonbereich zur Geltung. Für diesen Titel brauche ich persönlich praktisch keinen EQ. Lediglich einige Nuancen werden nicht ganz so fein dargestellt wie bei größeren Kopfhörern.

Der letzte Titel ist „I’m Not The Only One“ von Sam Smith. Der Bass klingt tief, warm und ausgewogen – sowohl bei der Kickdrum als auch beim E-Bass. Sams Stimme wirkt natürlich und genau so, wie man es sich wünschen würde. Selbst der Hall auf der Stimme wird überzeugend wiedergegeben. Etwas Kritik gibt es bei Snare und Hi-Hat, die nicht ganz so präzise klingen, wie ich es gern hätte. Eine sehr kleine Anhebung der Höhen behebt das allerdings. Damit zeigt sich erneut, wie kompetent der DT 270 PRO ist – sowohl ohne EQ als auch besonders für Studiomusiker, die den Klang an ihre individuellen Vorlieben anpassen können.

Fazit

  • beyerdynamics günstigste Over-Ear-Kopfhörer enttäuschen nicht
  • Der Bass schlägt sogar teurere Modelle
  • Robust, leicht und kompakt
  • Leicht anzutreiben – 45 Ohm
beyerdynamic DT 270 PRO an der Armlehne einer blauen Bank mit dem Emblem „Empfohlen – Soundlabs“

Foto: © TheSoundlabs

Bei Kopfhörern von beyerdynamic gibt es immer eine gewisse Erwartungshaltung. Eine Marke mit einer solchen Geschichte muss schließlich einiges erfüllen.

Der DT 270 PRO enttäuscht seine vorgesehene Zielgruppe nicht. Er ist genau so gut, wie man es von Studiokopfhörern dieser Größe und Preisklasse erwarten darf. Wer kompaktere Studiokopfhörer sucht, die sich perfekt mitnehmen lassen, und außerdem Zugriff auf eine gewisse EQ-Anpassung hat – welcher Studiomusiker hat das nicht? –, sollte den DT 270 PRO definitiv in Betracht ziehen.

Er ist eine hervorragende und preiswerte Wahl, die ich klar empfehlen kann.

Test veröffentlicht: März 2026

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