Von TheSoundlabs, zuletzt aktualisiert am 18. November 2025
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Gemessen am Preis sind die Xiaomi Buds 5 Pro unabhängig vom verwendeten Smartphone eine gute Wahl – besonders interessant werden sie allerdings, wenn Lossless Audio verfügbar ist.
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Xiaomi gehört zu den Herstellern, die scheinbar nahezu jede Art von Unterhaltungselektronik auf den Markt bringen können – in sehr unterschiedlichen Qualitäts- und Preisklassen. Häufig spiegelt sich der Preis entsprechend im Produkt wider. Bei den kabellosen In-Ear-Kopfhörern ist das nicht anders. Das Sortiment reicht von sehr günstigen Modellen der Budgetmarke Redmi bis hin zu deutlich exklusiveren Produkten. Die Buds 5 Pro gehören klar zur zweiten Kategorie.
Die Buds 5 Pro sind ohne Zweifel eher „High End“. Sowohl Ladecase als auch Ohrhörer vermitteln ein ausgesprochen hochwertiges Gefühl. Beim Design und bei mehreren Funktionen scheint sich Xiaomi von Apple und Samsung inspirieren lassen zu haben. Wenn die Buds 5 Pro beim Klang mit Apple und beim Funktionsumfang mit Samsung mithalten können, wäre das besonders interessant – schließlich liegen sie preislich einige Dutzend Euro unter Apples aktuellem Pro-Modell und wirken zugleich deutlich hochwertiger als Samsungs Pendant.
Mit einem Preis von rund 160 Euro bei Galaxus liegen die Xiaomi Buds 5 Pro preislich etwas unterhalb des Premiumsegments. Sonys damaliges Flaggschiff WF-1000XM5 kostet zum Zeitpunkt dieses Tests 177,99 Euro, während die Apple AirPods Pro 3 bei 199,99 Euro liegen. Vom vergleichsweise günstigen Preis sollte man sich allerdings nicht täuschen lassen: Die Xiaomi Buds 5 Pro gehören klar ins Premiumsegment.
Seit dem Marktstart ist der Preis um ungefähr 55 Euro gefallen. Es würde uns nicht überraschen, wenn immer wieder Angebote auftauchen, die ihn weiter drücken – auch die Sony WF-1000XM5 sind im Laufe der Zeit deutlich günstiger geworden.
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In-Ear-Kopfhörer sind längst zu einem Produktsegment geworden, in dem sich Hersteller gegenseitig inspirieren. Die Xiaomi Buds 5 Pro bilden hier keine Ausnahme. Bei der Form dürfte Xiaomi sowohl auf die AirPods Pro als auch auf Samsungs Buds geschaut haben – selbst beim Namen scheint eine gewisse Inspiration von Samsung erkennbar.
Wir haben die titangraue Version getestet. Wer sich für die weiße Variante entscheidet, dürfte ziemlich sicher irgendwann gefragt werden, ob es sich um AirPods Pro handelt. Der kurze Stiel, den viele sofort mit AirPods verbinden, ist auch hier vorhanden. Eine weitere Gemeinsamkeit mit Apples Produkten ist das ausgesprochen hochwertige Qualitätsgefühl – sowohl bei den Ohrhörern als auch beim Ladecase. Die matte Oberfläche mit glänzenden Details wirkt so edel, dass man zunächst fast glauben könnte, die Hörer bestünden aus Metall, obwohl tatsächlich Kunststoff verwendet wird. Auch das Ladecase wirkt sehr solide. Der Kunststoff ist dick, und das Scharnier öffnet und schließt mit angenehm definierter Rückmeldung. Die Oberfläche besteht aus mattem Silber, während der Deckel polierter ausgeführt ist. Im direkten Designvergleich mit AirPods und AirPods Pro gefällt uns das Ladecase der Xiaomi Buds 5 Pro sogar besser.
Bei Passform und Komfort dürften die Buds 5 Pro stärker polarisieren. Mit etwas mehr als 6 Gramm pro Hörer gehören sie nicht zu den leichtesten Modellen. Dafür steckt viel Technik im Gehäuse. Gewicht und Größe machen es nicht immer leicht, eine perfekte Passform zu erzielen. Unter anderem verbaut Xiaomi einen 11-mm-Basstreiber, der relativ viel Platz benötigt und die Buds 5 Pro entsprechend größer macht. Normalerweise haben wir kaum Probleme damit, In-Ears bequem und dicht einzusetzen. Bei den Xiaomi Buds 5 Pro war es etwas schwieriger, eine perfekte Abdichtung zu erreichen. Ohrstöpsel in vier Größen helfen dabei, die richtige Passform zu finden. Wer jedoch generell Schwierigkeiten mit Komfort und Sitz von In-Ears hat, dürfte mit den Xiaomi Buds 5 Pro eher nicht glücklich werden.
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Die Xiaomi Buds 5 Pro bieten viele starke Funktionen und Eigenschaften. Besonders überzeugend sind allerdings die Gesprächsqualität und das aktive Noise Cancelling.
Bei Telefongesprächen ist die Sprachqualität unabhängig vom Aufenthaltsort sehr gut. Der Großteil der Hintergrundgeräusche wird herausgefiltert, sodass die eigene Stimme klar im Vordergrund bleibt. Dafür arbeiten drei Mikrofone pro Ohrhörer mit Xiaomis eigener AI-Geräuschunterdrückung zusammen.
Das aktive Noise Cancelling spielt aus unserer Sicht in der absoluten Spitzenklasse und kann mit den besten Modellen von Apple, Sony und Bose mithalten. Zur Auswahl steht einerseits „Adaptive noise cancellation“, bei der die Kopfhörer die Umgebung kontinuierlich analysieren und störende Geräusche automatisch reduzieren. Alternativ lässt sich klassisches ANC in 20 Stufen einstellen – von „Light“ bis „Deep“. Der Deep-Modus filtert bis zu 55 dB heraus.
Schon beim ersten Test des ANC waren wir überrascht, wie stark die Xiaomi Buds 5 Pro abschneiden. Der Deep-Modus blendet fast sämtliche Umgebungsgeräusche aus, ohne dabei den klassischen Druckeffekt im Ohr besonders stark zu erzeugen. Normale Gespräche lassen sich trotzdem problemlos führen, wenn das Noise Cancelling aktiv ist.
Die einzige echte Schwierigkeit besteht darin, dass für wirksames ANC eine vollständige Abdichtung zwischen Ohr und Ohrhörer nötig ist. Genau diese Abdichtung kann bei den Xiaomi Buds 5 Pro etwas schwer zu erreichen sein, wenn die eigene Ohrform nicht besonders gut passt. Normalerweise haben wir damit bei In-Ears kaum Probleme. Bei diesem Modell war es zeitweise schwieriger. Nach mehreren Versuchen mit unterschiedlichen Ohrstöpseln fanden wir schließlich die passende Größe, und mit etwas Übung ließ sich das ANC anschließend zuverlässig nutzen.
Wer In-Ears mit starkem ANC und sehr guter Gesprächsqualität für unterschiedliche Umgebungen sucht, sollte die Xiaomi Buds 5 Pro deshalb definitiv in Betracht ziehen.
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Die Xiaomi Buds 5 Pro sind mit Funktionen geradezu vollgepackt – so sehr, dass man einen eigenen Test nur über die Softwarefunktionen schreiben könnte. Wir konzentrieren uns deshalb auf die wichtigsten und nützlichsten.
Zwei Funktionen hängen mit der Erkennung zusammen, ob die Ohrhörer eingesetzt sind: „In-ear detection“ und „Take calls automatically“. Bei „In-ear detection“ wird die Wiedergabe pausiert, sobald die Ohrhörer herausgenommen werden, und fortgesetzt, wenn sie wieder eingesetzt werden. „Take calls automatically“ nimmt einen eingehenden Anruf automatisch an, wenn während des Klingelns ein Ohrhörer eingesetzt wird. Befinden sich die Kopfhörer bereits im Ohr, muss der Anruf manuell angenommen werden.
Zwei Funktionen, die grundsätzlich funktionieren, aber unsere Bedürfnisse nicht vollständig erfüllen, sind „Adaptive sound“ und „Adaptive volume“. „Adaptive sound“ soll den Klang für jedes Ohr anhand der Ohrform und der Umgebungsgeräusche anpassen. In unserem Test wirkte die Lautstärke zwischen beiden Ohren dabei teilweise unausgewogen. Das dürfte individuell unterschiedlich sein und kann bei anderen Nutzern besser funktionieren. Wir haben die Funktion deshalb nicht weiter verwendet.
Die zweite Funktion, „Adaptive sound“, passt die Lautstärke an die Umgebungslautstärke an: In ruhiger Umgebung sinkt der Pegel, bei stärkerem Lärm wird er erhöht. Technisch funktioniert das, allerdings ist die Lautstärke in ruhigen Umgebungen für unseren Geschmack sehr niedrig. Nach dem Abschalten der Funktion muss man deshalb häufig mehrmals über die Touchfläche wischen, um wieder auf die gewünschte Lautstärke zu kommen.
„Immersive sound“ wirkt auf uns eher wie ein Gimmick als eine Funktion, die viele Nutzer regelmäßig einsetzen werden. Nach der Aktivierung verändert sich der Raumklang so, als befände man sich in einer großen Halle. Dreht man den Kopf, verlagert sich ein Großteil der Lautstärke auf das Ohr, das nach vorn zeigt. Technisch funktioniert das ausgesprochen präzise und reagiert sauber auf Kopfbewegungen. Viele Premiumkopfhörer bieten ähnliche Funktionen – wie oft sie tatsächlich genutzt werden, bleibt allerdings fraglich.
Physische Tasten gibt es nicht. Die Steuerung erfolgt über druckempfindliche Touchflächen in einer Vertiefung an jedem Ohrhörer. Weil die Fläche relativ groß ist, lassen sich neben Druckgesten auch Wischbewegungen nach oben und unten verwenden. In der App kann angepasst werden, welche Funktion durch die jeweiligen Druckgesten ausgelöst wird. Die Wischbewegungen sind dagegen ausschließlich für die Lautstärkeregelung vorgesehen.
Eine für uns neue Funktion, die im Berufsalltag durchaus nützlich sein kann, ist die Möglichkeit, direkt über die Ohrhörer aufzunehmen und die Aufnahme dort zu speichern. Jeder Ohrhörer kann bis zu 120 Minuten aufnehmen. Das ist eine praktische Möglichkeit, Gespräche aufzuzeichnen, ohne das Smartphone sichtbar in der Hand halten zu müssen. Wer die Aufnahmefunktion vollständig nutzen möchte und Zugriff auf ein Xiaomi 15 Ultra hat, kann zusätzlich AI-Übersetzung und Transkription verwenden. Da diese Funktion derzeit exklusiv für Xiaomi-15-Ultra-Nutzer verfügbar ist, konnten wir sie nicht bewerten.
Eine weitere Funktion, die zum Testzeitpunkt nur bestimmten Xiaomi-Nutzern zur Verfügung stand, ist Lossless Audio. Nutzer des Xiaomi 15 Ultra erhalten Lossless Audio mit 4,2 Mbit/s, während Xiaomi 15 und Xiaomi MIX Flip Lossless mit 2,1 Mbit/s unterstützen.
Wer wie wir keines dieser neueren Xiaomi-Smartphones besitzt, muss trotzdem nicht enttäuscht sein. Die Xiaomi Buds 5 Pro klingen auch mit aktiviertem AAC-Codec sehr gut. Mehr dazu folgt im Abschnitt zur Klangqualität.
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Die Akkulaufzeit ist im Vergleich mit der Konkurrenz sehr gut. Pro Ladung sind bis zu 10 Stunden möglich. Die AirPods Pro 3 und Sony WF-1000XM5 bieten jeweils acht Stunden, also zwei Stunden weniger. Beide Vergleichsmodelle werden außerdem mit 24 zusätzlichen Stunden über das Ladecase angegeben. Das sind sechs Stunden weniger als bei den Xiaomi Buds 5 Pro, deren Case weitere 30 Stunden bietet.
Für Premium-In-Ears mit einer derart großen Zahl an energieintensiven Funktionen sind 10 Stunden pro Ladung ein sehr guter Wert. Vermisst haben wir allerdings die Möglichkeit, die Ohrhörer ohne Ladecase vollständig auszuschalten. Praktisch lassen sie sich nur deaktivieren, indem sie ins Case gelegt werden.
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Mit den Buds 5 Pro setzt Xiaomi erstmals auf zwei separate Kopfhörerverstärker, die hohe und tiefe Frequenzen unabhängig voneinander antreiben. Praktisch bedeutet das eine deutlichere Trennung zwischen den Frequenzbereichen als bei vielen anderen In-Ears – und genau das ist beim Hören nachvollziehbar. Für den kräftigen und tiefen Bass sorgt unter anderem der 11-mm-Basstreiber. Auch die Höhen klingen sehr gut und präzise; einen hörbaren Nachlauf gibt es nicht.
Bei unseren drei üblichen Testtiteln sehen wir uns genauer an, wie die einzelnen Frequenzbereiche abschneiden. Dabei verwenden wir das Preset „Audiophile“, das für uns die natürlichste und authentischste Abstimmung der Xiaomi Buds 5 Pro bietet. „Audiophile“ ist eines von sechs Presets. Wer den Klang lieber selbst anpasst, kann über „Custom“ den Equalizer frei einstellen.
Wir beginnen mit „15 Step“ von Radiohead. Hier zeigt sich sofort, ob die Trennung zwischen den Frequenzbereichen tatsächlich so gut ist, wie Xiaomi behauptet – und sie ist es. Ein Titel, der auf schwächeren Kopfhörern schnell chaotisch und matschig wirkt, klingt hier scharf umrissen und klar. Kickdrum, Becken und Snare lassen sich problemlos voneinander unterscheiden und klingen natürlich und richtig gut. Erst mit Thom Yorkes Stimme gibt es etwas zu kritisieren: Sie klingt leicht flach und weniger warm, als wir es uns wünschen würden. Die Mitten erreichen nicht ganz das Niveau von Bass und Höhen, bleiben insgesamt aber klar ordentlich.
Als Nächstes folgt „Wouldn’t have it any other way“ von The Street, ein Titel, der vielleicht nicht jedem gefällt, sich aber sehr gut zum Testen von Kopfhörern und Lautsprechern eignet. Der sehr basslastige Song eignet sich gut, um zu prüfen, ob Kopfhörer den Tiefton überbetonen. Die Xiaomi Buds 5 Pro bestehen diesen Test überzeugend. Der Bass klingt schwer und tief, ohne andere Frequenzbereiche zu überdecken. Snare und Triangel kommen in den Höhen klar und deutlich zur Geltung. Kritik gibt es erneut bei den Mitten: Stimme und Klavier treten nicht ganz so stark hervor, wie wir es uns wünschen würden. Das liegt nicht daran, dass andere Frequenzen sie überlagern, sondern daran, dass die Mitten schlicht nicht dasselbe Niveau wie Bass und Höhen erreichen.
Zum Abschluss folgt unser Testfavorit „I’m Not The Only One“ von Sam Smith. Der Titel hat sich bei vielen Kopfhörern als besonders aussagekräftig erwiesen, und die Xiaomi Buds 5 Pro bilden keine Ausnahme. Hier ist es sehr schwierig, überhaupt etwas zu beanstanden. Wenn wir sehr genau hinhören, fehlt der Snare etwas Resonanz, und auch die Streicher in Refrain und Bridge könnten deutlicher hervortreten. Das dürfte erneut mit den etwas schwächeren Mitten zusammenhängen.
Bei der Klangqualität können die Xiaomi Buds 5 Pro mit vielen der besseren In-Ears am Markt mithalten. Die Sony WF-1000XM5 erzeugen ein breiteres Klangbild und sind in den einzelnen Frequenzbereichen etwas stärker, insbesondere bei den Mitten. Auch mehrfach ausgezeichnete Modelle wie Technics EAH-AZ100 und Bowers & Wilkins Pi8 liegen klanglich darüber. Allerdings kosten all diese Modelle deutlich mehr als die Xiaomi Buds 5 Pro.
Insgesamt bewerten wir die Klangqualität sehr positiv. Wer guten Klang zu einem vernünftigen Preis sucht, sollte die Xiaomi Buds 5 Pro definitiv gegenüber teureren Premiummodellen in Betracht ziehen. Wer zusätzlich eines der neueren Xiaomi-Smartphones besitzt und Lossless Audio mit bis zu 4,2 Mbit/s nutzen kann, sollte sie erst recht weit oben auf die Kandidatenliste setzen.
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Xiaomi ist ein Hersteller, der Produkte quer durch nahezu alle Preis- und Qualitätsklassen anbietet. Häufig spiegelt sich die Qualität im Preis wider, insgesamt liefert die Marke aber oft ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Xiaomi Buds 5 Pro könnten durchaus zu den preiswertesten Produkten der Marke gehören.
Wer sehr gutes Noise Cancelling und gute Klangqualität sucht, sollte sie definitiv in Betracht ziehen. Das ANC bewegt sich aus unserer Sicht auf dem Niveau der besten Modelle. Klanglich sind die Buds 5 Pro ebenfalls sehr gut, erreichen aber nicht ganz die besten kabellosen In-Ear-Kopfhörer am Markt. Dabei sollte man allerdings berücksichtigen, dass die klanglich stärksten Modelle häufig rund 90 bis 180 Euro mehr kosten.
Unser einziger deutlicher Warnhinweis betrifft die Passform. Die Xiaomi Buds 5 Pro gehören zu den größeren In-Ears und passen deshalb nicht zu jedem Ohr. Wer normalerweise Schwierigkeiten hat, passende In-Ear-Kopfhörer zu finden, sollte vermutlich eher nach einem leichteren und kompakteren Modell suchen.
Test veröffentlicht: November 2025
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