Von Christoffer Karlsson, zuletzt aktualisiert am 21. Juli 2026
Foto: © TheSoundlabs

Die Xiaomi Buds 6 können Apple und Samsung in diesem Segment durchaus Paroli bieten. Was ihnen bei der Klangqualität fehlt, gleichen sie mit gutem Noise Cancelling, hoher Gesprächsqualität und einigen cleveren Funktionen aus.
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Die Xiaomi Buds 6 treten offensichtlich als direkte Konkurrenten zu den Apple AirPods 4 und Samsung Galaxy Buds4 an. Wie die beiden Rivalen setzen sie auf ein ähnliches Semi-In-Ear-Design und kombinieren dieses mit geringem Gewicht, kompakter Bauform, zahlreichen Funktionen und Goldmembranen für verlustfreien Klang. Xiaomi versucht damit ganz klar, Nutzer von den beliebtesten Herstellern für sich zu gewinnen.
Mit den Buds 6 scheint Xiaomi vor allem über Funktionen punkten zu wollen, die Apple und Samsung nicht bieten. Am auffälligsten ist die Möglichkeit, Telefongespräche, das über die Kopfhörer wiedergegebene Audio sowie Meetings und andere Gespräche aufzuzeichnen. Auf dem Papier ist das beeindruckend, denn jeder Ohrhörer kann bis zu 90 Minuten aufnehmen, bevor sein Speicher voll ist.
Können die Xiaomi Buds 6 mit der Konkurrenz mithalten? Wie gut funktionieren Aufnahme und andere Funktionen? Wie ist der Klang? Und wie sieht es mit der Passform aus? Genau das versuche ich in diesem Test herauszufinden. Dabei wird es Vergleiche mit den „Giganten“ geben, aber ebenso eine objektive Einschätzung dessen, was Käufer von den Xiaomi Buds 6 erwarten können.
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Zum Zeitpunkt unseres Tests kosten die Xiaomi Buds 6 bei mehreren Händlern rund 125 Euro. Da sich der Preis bereits seit mehr als einem Monat auf diesem Niveau bewegt, gehe ich davon aus, dass dies inzwischen der neue reguläre Preis ist. Zum Marktstart im Mai lagen die Xiaomi Buds 6 bei rund 145 Euro.
Im Vergleich mit den naheliegendsten Konkurrenten, Apple AirPods 4 und Samsung Galaxy Buds4, bewegen sich die Xiaomi Buds 6 ungefähr auf demselben Preisniveau. Die Apple AirPods 4 sind zum Zeitpunkt unseres Tests für 127 Euro bei Amazon.de erhältlich, die Samsung Galaxy Buds4 für 139 Euro bei Amazon.de.
Bei Apple und Samsung handelt es sich dabei lediglich um Aktionspreise. Die regulären Preise liegen etwas über denen der Xiaomi-Kopfhörer: Die AirPods 4 kosten regulär rund 155 Euro, die Galaxy Buds4 rund 180 Euro.
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Das Design der Xiaomi Buds 6 wirkt eher wie eine Verfeinerung des Vorgängers Buds 5 als wie eine komplett neue Konstruktion.
Die Stiele sind etwas schlanker und etwas länger geworden. Die eigentlichen Ohrhörer sind flacher geformt und ergonomischer gestaltet, um bei mehr Ohrformen einen sicheren Sitz zu ermöglichen. Die Ladekontakte befinden sich nun an der Unterseite der Stiele, während sie bei den Buds 5 seitlich saßen. Sehr wahrscheinlich erleichtert diese Änderung das Einsetzen und zuverlässige Laden. Optisch erinnern die Xiaomi Buds 6 stark an die AirPods 4 – von der Grundform bis hin zur Platzierung von Mikrofonen und Ladekontakten.
Auf der Waage kommen die Ohrhörer auf jeweils 4,4 Gramm und sind damit tatsächlich 0,2 Gramm schwerer als der Vorgänger. Das ist etwas schade, denn gerade bei Semi-In-Ears sollte das Gewicht möglichst niedrig bleiben. Für viele Nutzer ist ein sicherer Sitz bei dieser Bauform ohnehin schwieriger zu erreichen. Mehr Gewicht kann es zusätzlich erschweren, dass die Kopfhörer zuverlässig im Ohr bleiben.
Schauen wir nun ins Innere. Pro Ohrhörer kommen drei Mikrofone zum Einsatz. Sie sitzen am unteren Ende des Stiels, außen am Stiel und auf der Oberseite des Ohrhörers. Das untere Mikrofon ist für die Stimme zuständig, während die beiden anderen das aktive Noise Cancelling unterstützen. Wie gut das ANC der Xiaomi Buds 6 funktioniert, beschreibe ich weiter unten ausführlicher.
Daneben finden sich neue, goldbeschichtete 11-mm-Treiber. Der Frequenzbereich liegt bei 16 Hz bis 40 kHz. Die größte Änderung bei der Schallabgabe scheint die neue Führung des Schalls aus dem Gehäuse zu sein: Die flachere Kammer soll einen tieferen Bass ermöglichen. Auf der Unterseite jedes Ohrhörers sitzt außerdem ein Sensor, der erkennt, ob der Hörer im Ohr steckt. Dadurch kann die Wiedergabe automatisch pausieren, sobald er herausgenommen wird.
Nicht vergessen werden darf der integrierte Speicher: Jeder Ohrhörer kann bis zu 90 Minuten Audio aufzeichnen. Wie groß der verwendete Speicherchip tatsächlich ist, geht weder aus dem Handbuch noch aus den Spezifikationen hervor.
Xiaomi setzt weiterhin auf Touch- beziehungsweise Drucksteuerung. Die Kopfhörer werden zur Bedienung am Stiel zusammengedrückt. Für mich bleibt Touch beziehungsweise Pinch die schlechtere Lösung gegenüber physischen Tasten. Ich werde mich wohl damit arrangieren müssen, auch wenn es für mich ein klarer Minuspunkt ist. Xiaomi scheint sich bei seinen In-Ears endgültig auf diese Art der Bedienung festgelegt zu haben.
Das Ladecase ähnelt stark dem des Vorgängers und unterscheidet sich nur in Details. Die Abmessungen wurden etwas reduziert und liegen nun bei 31,77 × 17,17 × 20,56 mm. Auch das Gewicht ist um rund 2 Gramm gesunken und beträgt jetzt 34,5 Gramm. Ansonsten gibt es nicht viel zu sagen: Das Case wirkt solide und hochwertig, ist sehr klein und liegt angenehm in der Hand. Xiaomi selbst beschreibt die Form als Kieselstein – und dem kann ich mich anschließen. In der Hosentasche stört das Case überhaupt nicht.
An der Unterseite befindet sich der USB-C-Anschluss zum Laden. Kabelloses Laden des Cases unterstützen die Xiaomi Buds 6 nicht.
Sogenannte Semi-In-Ears sind echte Geschmackssache. Entweder kommt man sehr gut mit ihnen zurecht und erzielt eine gute Passform und hohen Komfort, oder die Abdichtung gelingt kaum und der Sitz bleibt problematisch. Bei mir trifft leider eher Letzteres zu. Ich bekomme zwar eine ausreichend gute Abdichtung hin, sodass der Klang grundsätzlich stimmt, doch der Sitz bleibt schwierig. Persönlich bevorzuge ich klassische In-Ears mit Silikonaufsätzen. Deshalb fällt es mir schwer, den Komfort der Xiaomi Buds 6 allgemeingültig zu bewerten. Der linke Ohrhörer löst sich bei mir immer wieder. Beim Training, sobald rund um das Ohr Schweiß entsteht, ist es für mich praktisch unmöglich, den linken Hörer zuverlässig im Ohr zu behalten. Dieses Problem kenne ich bereits von anderen Semi-In-Ears. Xiaomi selbst gibt an, Komfort und Passform gegenüber den Xiaomi Buds 5 verbessert zu haben – hier muss ich mich auf diese Aussage verlassen.
Die Xiaomi Buds 6 sind nach IP54 gegen Feuchtigkeit geschützt. Damit sind Schweiß und Regen kein Problem. Zum Abspülen unter fließendem Wasser reicht diese Schutzklasse allerdings nicht. Wichtig: Das Ladecase selbst besitzt keine IP-Zertifizierung. Zum Vergleich: Auch Xiaomi Buds 5, AirPods 4 und Galaxy Buds4 sind nach IP54 zertifiziert.
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Mit insgesamt vier Mikrofonen für das aktive Noise Cancelling hatte ich keine besonders hohen Erwartungen an die ANC-Leistung. Nicht weil Xiaomi normalerweise schlecht abschneidet – im Gegenteil –, sondern weil die offenere Bauweise ohne dichte Abdichtung des Gehörgangs gutes Noise Cancelling grundsätzlich schwieriger macht. Umso positiver war die Überraschung.
Die Xiaomi Buds 6 entfernen erstaunlich viel Umgebungsgeräusch, vorausgesetzt die Passform stimmt einigermaßen und die Abdichtung ist so gut wie möglich. Tatsächlich erreichen sie das Niveau klassischer In-Ears mit Silikonaufsätzen und ordentlich arbeitendem ANC. In unserer Testumgebung mit mehr als 100 dB reduzieren sie vor allem tiefere Frequenzen überraschend effektiv, erledigen aber auch beim übrigen Geräuschspektrum einen guten Job.
Auch die Gesprächsqualität ist sehr hoch. In vollständig ruhiger Umgebung klingen die Mikrofone ausgesprochen klar und fügen keinerlei hohlen oder blechernen Klang hinzu. Auch Wind war in meinem Test überhaupt kein Problem: Der weitaus größte Teil der Windgeräusche wird herausgefiltert, und mein Gesprächspartner konnte mich problemlos verstehen. In der lautesten Testumgebung mit mehr als 100 dB wird die Stimme zwar verfremdet und klingt künstlich, bleibt aber verständlich. Für längere Telefongespräche wäre eine solche Umgebung ohnehin kaum geeignet.
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Beim Funktionsumfang sind die Xiaomi Buds 6 relativ schlicht aufgestellt – zumindest dann, wenn kein kompatibles Gerät zur Verfügung steht. Einige Funktionen lassen sich über die Xiaomi-Earbuds-App nutzen, die im Google Play Store und im App Store erhältlich ist. Hinzu kommen Funktionen über die Drucksteuerung.
Beginnen wir mit der Bedienung direkt an den Ohrhörern. Hier kommen Druck- und Wischgesten zum Einsatz, deren Belegung in der Xiaomi-Earbuds-App angepasst werden kann. Verfügbar sind Einfachdruck, Doppeldruck, Dreifachdruck, Gedrückthalten und Wischen. Damit lassen sich Wiedergabe/Pause, vorheriger Titel, nächster Titel, Lautstärke erhöhen oder reduzieren, Aufnahme, ANC ein/aus und der Sprachassistent steuern.
Laut Xiaomis Website lassen sich außerdem „AI Subtitles“ und „Kamerasteuerung“ über Kopfhörerbefehle nutzen. Zum Zeitpunkt unseres Tests ist dafür allerdings ein kompatibles Xiaomi-, POCCO- oder Redmi-Gerät erforderlich. Ich nutze keines dieser Geräte und konnte die beiden Funktionen deshalb nicht testen.
Wenn man ruhig sitzt und die Touchfunktion der Xiaomi Buds 6 ausprobiert, funktioniert sie relativ gut. Probleme damit, dass die Kopfhörer einen gewünschten Befehl nicht erkennen, treten nur selten auf. Beim Gehen oder Laufen sieht es anders aus. Dann passieren leichter unbeabsichtigte Eingaben – ein Problem, das ich von vielen anderen Kopfhörern mit Touchsteuerung kenne. Für eine Touchlösung funktioniert die Bedienung der Xiaomi Buds 6 insgesamt dennoch ordentlich.
Jeder Ohrhörer besitzt einen In-Ear-Sensor, der erkennt, ob er sich im Ohr befindet. Dieser arbeitet praktisch fehlerfrei. Im Supermarkt nehme ich beispielsweise häufig einen Hörer heraus und stecke ihn in die Tasche. Während des Testzeitraums mit den Xiaomi Buds 6 kam es dabei zu keiner „Play/Pause-Bonanza“, wie ich sie bei einigen anderen Kopfhörern erlebt habe.
Die Xiaomi-Earbuds-App präsentiert sich ähnlich wie bei mehreren anderen von uns getesteten Xiaomi-Kopfhörern: reduziert, ansprechend und übersichtlich – und sie funktioniert gut.
Zunächst werden die Akkustände beider Ohrhörer angezeigt, gefolgt von den Einstellungen für das aktive Noise Cancelling. Das ANC lässt sich zwischen „Deep“ und „Balanced“ umschalten.
Die nächste Funktion heißt „Record audio“. Damit lässt sich Audio auf verschiedene Arten aufnehmen. Als Quellen dienen entweder die Mikrofone der einzelnen Ohrhörer, Telefongespräche oder wiedergegebene Musik beziehungsweise Podcasts. Eine Aufnahme kann über einen Druckbefehl am jeweiligen Ohrhörer, direkt in der App oder durch dreimaliges Drücken der physischen Taste am Ladecase gestartet werden, während die Hörer darin liegen. Jeder Ohrhörer erlaubt bis zu 90 Minuten Aufnahmezeit. Während meines Testzeitraums funktionierte das sehr zuverlässig – sowohl bei Telefongesprächen und direkt über die Ohrhörer als auch bei verschiedenen Audioquellen. Ich habe außerdem Aufnahmen gestartet, während sich die Kopfhörer im Case befanden, und dafür die physische Taste am Gehäuse verwendet.
Kritik gibt es allerdings an der Aufnahmequalität. Unabhängig von der Quelle klingt das Ergebnis stark verzerrt und blechern. Diese Funktion eignet sich also nicht dazu, einen Lieblingssong von YouTube oder Spotify zu „rippen“. Als Sprachmemo oder Meetingnotiz funktioniert sie dagegen sehr gut.
Als Nächstes folgt „Gestures“. Hier lässt sich festlegen, welche Aktion durch die einzelnen Druck- und Wischgesten ausgelöst wird.
Unter „Audio effects“ stehen sechs vorgefertigte EQ-Profile zur Auswahl, zwei davon stammen von Harman. Neben „Harman AudioEFX“ und „Harman Master“ gibt es „Balanced sound“, „Decrease bass“, „Enhance voice“ und „Enhance treble“. Die siebte Option ist „Custom“ und erlaubt einen eigenen 8-Band-EQ. Während des Tests habe ich neben meiner eigenen Abstimmung vor allem „Harman Master“ bevorzugt.
Unter „Audio effects“ lässt sich außerdem „Dimensional audio“ aktivieren. Dadurch soll der Klang luftiger und räumlicher wirken und ein stärkeres Gefühl vermitteln, sich „mitten im“ Klanggeschehen zu befinden. Nach meiner Erfahrung ist das eher eine Spielerei als etwas, das die meisten Nutzer täglich einsetzen würden. Ähnliche Funktionen finden sich inzwischen bei nahezu allen Herstellern.
Hinzu kommt „Adaptive sound“, das den Klang an Ohrform und Umgebung anpassen soll. Zu Beginn des Tests habe ich die Funktion nicht genutzt, weil ich mich gefragt habe, welchen Unterschied sie tatsächlich machen kann. Damit lag ich falsch. Nach der Aktivierung empfand ich den Klang als deutlich besser. Wer sich Xiaomi Buds 6 kauft und zunächst vom Klang enttäuscht ist, sollte diese Funktion unbedingt ausprobieren.
Der letzte Bereich heißt „Additional settings“. Dort lässt sich unter anderem der In-Ear-Sensor deaktivieren, der Soundeffekt des Cases beim Öffnen, Schließen und Laden auswählen sowie einstellen, dass die Kopfhörer Anrufe automatisch annehmen.
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Laut Xiaomi erreichen die Buds 6 bis zu 6 Stunden Laufzeit pro Ladung der Ohrhörer und weitere 29 Stunden über das Ladecase. Voraussetzung dafür sind der AAC-Codec und eine Lautstärke von 50 Prozent.
Während des Testzeitraums lag meine Lautstärke im Durchschnitt bei 80 Prozent. Unter diesen Bedingungen kam ich geschätzt auf ungefähr 4 Stunden Laufzeit mit den Ohrhörern. Das passt gut zu Xiaomis Angaben.
Gegenüber den Xiaomi Buds 5 sind das 0,5 Stunden weniger pro Ohrhörer und 4 Stunden weniger über das Ladecase. Schade, dass Xiaomi die Laufzeit des Vorgängers nicht ganz halten konnte.
Zum Vergleich: Die Apple AirPods 4 bieten 5 Stunden Laufzeit mit den Ohrhörern und 25 Stunden über das Ladecase. Die Samsung Galaxy Buds4 kommen auf 6 Stunden mit den Ohrhörern und 24 Stunden über das Case.
Damit können sich die Xiaomi Buds 6 bei der Akkulaufzeit insgesamt gut gegen ihre direkten Konkurrenten behaupten.
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Selten war ich bei einem Kopfhörer so überzeugt davon, dass er gezielt für elektronische Musik abgestimmt wurde wie bei den Xiaomi Buds 6. Häufig bedeutet das zugleich, dass akustische Musik weniger gut zur Geltung kommt – und genau das ist hier der Fall.
Das auffälligste Merkmal der Xiaomi Buds 6 ist der dominante Bass. Er nimmt sehr viel Raum ein, klingt dabei aber grundsätzlich gut. Allerdings geht das auf Kosten der Mitten und teilweise auch der Höhen.
Am besten lässt sich das anhand einiger unserer Testtitel erklären. Ich beginne mit einem der neueren Stücke in unserem Testrepertoire: „xanny“ von Billie Eilish.
Der Titel ist bewusst mit einem überwältigenden, künstlich wirkenden Bass produziert, der im Refrain entsprechend kräftig dröhnt. Das beeinflusst die Mitten. Besonders auffällig ist jedoch, dass viele kleine Hintergrunddetails und damit ein Teil der Dynamik in den Mitten bei den Xiaomi Buds 6 verloren gehen. Der gesamte Mitteltonbereich sitzt weiter hinten, als ich es mir wünschen würde. Billies Stimme sollte hier sehr nah wirken – fast so, als würde sie einem direkt ins Ohr atmen. Dieses Gefühl entsteht nicht.
Die Höhen spielen in diesem Titel keine Hauptrolle, sind aber vorhanden und erledigen ihren Job ordentlich. Insgesamt wirkt der Song etwas flach. Herausragend ist vor allem der Bass mit guter Detailzeichnung und Tiefe. Leider ist er etwas zu stark ausgeprägt und überdeckt Teile der Mitten und Höhen.
Als Nächstes folgt „Pneuma“ von Tool. Hier stehen vor allem Mitten und Höhen unter Beobachtung. Nach einer gefühlten Ewigkeit setzt der Song mit Schlagzeug und Becken richtig ein. Die Becken klingen klar, allerdings fehlt etwas Resonanz und Dynamik. Die Snare überrascht positiv und sitzt tonal richtig. Die Gitarren klingen gut, werden aber vom Bass überlagert, der im Verhältnis deutlich zu viel Raum bekommt. Obwohl der Bass selbst angenehm druckvoll klingt, wird hier sehr deutlich, dass er bei solchen Titeln zu dominant abgestimmt ist.
Der Gesamteindruck bleibt deshalb flacher, als ich es erwartet hätte. Der Bass besitzt gute Dynamik und Durchsetzungskraft, übernimmt aber leider zu große Teile des Klangbilds.
Damit die Xiaomi Buds 6 sich auch in ihrem „natürlichen Element“ zeigen können, muss natürlich ein elektronischer Titel her. Dafür wähle ich „My System“ von FELICIA. Bei einem stark bassgetriebenen Stück, in dem die anderen Frequenzbereiche bewusst eine Nebenrolle spielen, fühlen sich die Buds 6 deutlich wohler – auch wenn der Bass selbst hier überwältigend werden kann. Felicias Stimme liegt weiter hinten und klingt ungefähr so, wie ich sie von anderen Kopfhörern kenne. In diesem Genre soll die Stimme dem Bass Raum lassen. Höhen kommen nur sparsam vor; wenn Becken und Snare einsetzen, bleiben sie bewusst dezent, vermutlich ganz im Sinne der Produktion.
Bei einer guten Abdichtung zwischen Ohrhörer und Gehörgang liefern die Xiaomi Buds 6 enorm viel Bass – deutlich mehr, als natürlich wäre. Er neigt dazu, Mitten und Höhen zu überdecken. Aber auch in weniger bassreichen Passagen wirken Mitten und Höhen teilweise eingeengt und komprimiert. Ich weiß, wie gut Xiaomi bei Kopfhörern dieser Preisklasse normalerweise klingen kann. Deshalb halte ich diese Abstimmung für eine zu 100 Prozent bewusste Entscheidung, mit der Xiaomi eine Zielgruppe ansprechen möchte, die vor allem kräftigen Bass bei elektronischer Musik sucht und nicht zwingend das sauberste und feinste Klangbild priorisiert.
Der Bass der Xiaomi Buds 6 reicht extrem tief, ist klar definiert und wird die richtige Zielgruppe sicherlich zu schätzen wissen. Für einen Kopfhörer, der eine möglichst breite Hörerschaft ansprechen soll, erwarte ich in dieser Preisklasse jedoch mehr Ausgewogenheit.
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Die Xiaomi Buds 6 besitzen viele gute und einige weniger überzeugende Eigenschaften. Wer eine Semi-In-Ear-Alternative zu Apple AirPods 4 oder Samsung Galaxy Buds4 sucht und vor allem elektronische Musik hört, könnte hier richtig liegen. Bass gibt es mehr als genug, die Verarbeitungsqualität ist tadellos und einige Funktionen können im Alltag tatsächlich nützlich sein.
Mich hat vor allem überrascht, wie effektiv das aktive Noise Cancelling selbst in lauten Umgebungen arbeitet. Unter Semi-In-Ear-Kopfhörern dürften es viele Hersteller schwer haben, hier mitzuhalten. Auch die Stimme wird bei Telefongesprächen in unterschiedlichen Situationen sehr gut übertragen. Wer die Xiaomi Buds 6 bei Wind oder Umgebungslärm verwendet, muss sich keine Sorgen machen, dass die Gegenseite nichts versteht.
Die Akkulaufzeit bewegt sich auf dem Niveau der Konkurrenz und entspricht den Angaben von Xiaomi. Wer Kopfhörer regelmäßig einen ganzen Tag lang ohne Zwischenladen nutzt, für den sind die Xiaomi Buds 6 wahrscheinlich nicht ideal. Allerdings sind Apple AirPods 4 und Samsung Galaxy Buds4 in dieser Hinsicht ebenfalls keine bessere Alternative.
Das größte Fragezeichen bleibt für mich die Klangqualität. Ich hätte mir eine Abstimmung gewünscht, die mehr Musikgenres gerecht wird. So würde ich die Buds 6 vor allem für elektronische Musik empfehlen. Dort liefern sie ein ordentliches Ergebnis – mehr aber auch nicht.
Wenn die Wahl zwischen Apple AirPods 4, Samsung Galaxy Buds4 und Xiaomi Buds 6 steht, können die Xiaomi Buds 6 eine gute Wahl sein. Viel hängt davon ab, welchen Stellenwert Klangqualität und Bass für dich haben. Bassfans werden jedenfalls nicht enttäuscht.
Test veröffentlicht: Juli 2026
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