Von Christoffer Karlsson, zuletzt aktualisiert am 29. Mai 2026
Foto: © TheSoundlabs

Wer einen möglichst kompakten Lautsprecher mit möglichst hoher Klangqualität sucht, sollte den Marshall Middleton II unbedingt in Betracht ziehen.
Foto: © TheSoundlabs
Der Middleton II ist bereits der zweite Bluetooth-Lautsprecher von Marshall, den ich innerhalb kurzer Zeit testen konnte – und ich kann nur feststellen, dass die Marke beeindruckt. Nicht unbedingt, weil Marshall bislang den natürlichsten Klang geliefert hätte, sondern weil die Abstimmung ausgesprochen unterhaltsam ist und richtig gut klingt – selbst bei einem Lautsprecher in diesem kompakten Format.
Vor meinen Tests des Marshall Kilburn III und Marshall Middleton II habe ich eine kleine Marktanalyse durchgeführt, um einzuschätzen, welcher Lautsprecher wahrscheinlich die größere Zielgruppe anspricht und mit welchem Modell ich beginnen sollte. Die Wahl fiel zunächst auf den Marshall Kilburn III, weil er auf den ersten Blick mehr Käufer anzusprechen schien. Nachdem ich nun beide getestet habe, würde ich allerdings sagen, dass der Middleton II mindestens genauso attraktiv ist – wenn nicht sogar noch attraktiver.
Der Grund dafür ist der erstaunlich große Klang, den dieser kleine Lautsprecher erzeugen kann, und zwar ohne hörbare Verzerrungen. Unabhängig von der Lautstärke ist der Middleton II während meiner mehrwöchigen Testphase zu dem Lautsprecher geworden, der mich bislang am stärksten beeindruckt hat.
Weiterlesen und erfahren, warum mir der Middleton II so gut gefällt – und für wen er sich besonders eignet. Denn er ist nicht für jede Situation und jeden Anlass die selbstverständliche Wahl.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung kostet der Marshall Middleton II bei Amazon.de 248 Euro. Gemessen an der Größe des Lautsprechers kann das zunächst teuer wirken. Kleine Lautsprecher werden oft automatisch mit niedrigeren Preisen verbunden, doch der Middleton II klingt keineswegs wie ein kleiner Lautsprecher. Mit zwei 30-Watt-Verstärkern lässt er sich nicht sinnvoll mit typischen kompakten Bluetooth-Lautsprechern vergleichen.
Wenn ich den Marshall Middleton II mit einem anderen Modell vergleichen müsste, läge der Bose SoundLink Max nahe. Auch er ist ein sehr leistungsfähiger Lautsprecher und kostet zum Zeitpunkt der Veröffentlichung 308,34 Euro.
Video: © TheSoundlabs
Optisch ähnelt der Middleton II stark anderen Bluetooth-Lautsprechern von Marshall, etwa dem Kilburn III, den wir vor einiger Zeit getestet haben. Beide besitzen eine lederähnliche Textur, die an die 1980er-Jahre und an jene Zeit erinnert, in der Marshall seinen bis heute bestehenden Kultstatus festigte. Erst wenn man den Middleton II in die Hand nimmt, wird deutlich, dass sich die Konstruktion spürbar unterscheidet.
Der Middleton II ist stärker darauf ausgelegt, bei sommerlichen Ausflügen mitgenommen zu werden. Obwohl die Oberfläche ähnlich aussieht wie beim Kilburn III, fühlt sie sich deutlich gummiartiger an und ist auf höhere Stoßfestigkeit ausgelegt. Der Middleton II wirkt, als könnte er einiges an Stößen und auch kürzere Stürze verkraften. Persönlich finde ich ihn allerdings fast zu schön, um ihn wie einen typischen Gebrauchslautsprecher zu behandeln – unabhängig davon, was Marshall selbst dazu sagt.
Der Middleton II ist staub- und wasserbeständig und nach IP67 zertifiziert. Das bedeutet, dass er vollständig staubdicht ist und zeitweise unter Wasser getaucht werden kann. Nach Angaben von Marshall selbst wurde der Middleton II 30 Minuten lang in einem Meter tiefem Wasser getestet, ohne Schaden zu nehmen. Für den dauerhaften Einsatz im Wasser ist er zwar nicht gedacht, ein versehentliches Bad sollte er aber problemlos überstehen.
Ansonsten ähnelt der Middleton II den meisten seiner Geschwistermodelle. Der klassische schwarze Grill sitzt an Vorder- und Rückseite. Mittel- und Hochtontreiber sind auf beide Seiten verteilt und erzeugen Marshalls 360°-True-Stereophonic-Klang. Dadurch spielt es keine Rolle, in welche Richtung der Lautsprecher zeigt – der Klang ist in alle Richtungen gleich gut.
Auch an den beiden Stirnseiten befinden sich Schallöffnungen. Die dortigen Gitter sind gummiert und dadurch zusätzlich gegen Stöße geschützt. Hinter diesen Gittern sitzen die Tieftöner.
Der Middleton II misst 23 × 9,8 × 11 cm und wiegt solide 1,8 kg. Durch die kompakten Abmessungen lässt er sich problemlos in Picknickkorb oder Rucksack verstauen. Mitgeliefert wird eine robuste schwarz-bordeauxrote Trageschlaufe mit 30 cm Länge, mit der der Lautsprecher bequem am Handgelenk getragen werden kann. Außerdem liegen ein USB-C-auf-USB-C-Kabel und die Bedienungsanleitung bei.
Sämtliche Tasten und Regler sitzen auf der Oberseite und sind zur Sicherung der IP-Zertifizierung gummiert. Eine Ausnahme ist der zentrale Multifunktionsknopf aus bronzefarbenem Metall, der optisch zur Frontblende und zum Marshall-Logo passt.
Auf der Rückseite befindet sich der USB-C-Anschluss. Er dient sowohl zum Laden des Lautsprechers als auch als Ausgang, um andere Geräte wie ein Smartphone mit Strom zu versorgen. Daneben sitzt ein 3,5-mm-AUX-Eingang.
Der Marshall Middleton II ist für die meisten Situationen gebaut. Wer einen Lautsprecher ausschließlich für Strand oder andere Umgebungen sucht, in denen ein günstigeres, besonders unempfindliches Modell ausreicht, kann durchaus eine preiswertere Alternative mit ähnlicher IP-Klassifizierung wählen. Wer dagegen einen Lautsprecher sucht, der überall gut funktioniert, für den kann der Marshall Middleton II die richtige Wahl sein: Er sieht zu Hause gut aus und hält zugleich Abenteuer aus.
Foto: © TheSoundlabs
Der Middleton II verzichtet auf blinkende Beleuchtung und andere Extras ohne echten Mehrwert. Stattdessen konzentriert er sich auf Funktionen, die die meisten Nutzer im Alltag tatsächlich gebrauchen können.
Über die Tasten auf der Oberseite sind alle wichtigen Einstellungen direkt erreichbar. Es gibt Ein/Aus, Bluetooth-Pairing und einen Multifunktionsknopf, der gedrückt sowie nach rechts, links, oben und unten bewegt werden kann. Damit lassen sich Wiedergabe/Pause, nächster Titel, vorheriger Titel sowie Lautstärke hoch und runter steuern. Rechts daneben sitzen zwei Regler für Bass und Höhen. Deren Niveau wird über eine LED-Anzeige in zehn Stufen dargestellt. Dieselbe Anzeige zeigt außerdem Lautstärke und Akkustand an.
Auf der Oberseite sitzt außerdem ein Mikrofon, sodass der Middleton II für Telefongespräche verwendet werden kann. In unserem Test funktionierte das gut. Selbst aus bis zu etwa fünf Metern Entfernung klang die Stimme für die Gegenseite noch gut.
Die Marshall-Bluetooth-App ist im App Store und bei Google Play erhältlich. Der Middleton II wird direkt auf dem Startbildschirm übersichtlich dargestellt. Die App wirkt insgesamt sauber und durchdacht; nichts fühlt sich unfertig an.
Die erste Einstellung ist der Equalizer. Hier kann entweder Marshalls ursprüngliche Klangabstimmung verwendet oder auf die zweite Registerkarte gewechselt werden. Dort stehen fünf Presets zur Auswahl: MARSHALL, BASS BOOST, MID BOOST, TREBLE BOOST und MID REDUCTION. Zusätzlich lässt sich unter CUSTOM ein eigener 5-Band-EQ erstellen.
Damit kann der Klang gut an den eigenen Geschmack angepasst werden, auch wenn Marshalls charakteristische, eher bassbetonte Abstimmung unabhängig vom EQ deutlich erkennbar bleibt.
Die nächste Option in der App heißt „Broadcast anhören“. Bei Marshall bedeutet das, dass Auracast- beziehungsweise LE-Audio-Übertragungen empfangen werden können. Zum Zeitpunkt unseres Tests unterstützt Marshall diese Funktion bei Bromley 750, Bromley 450, Kilburn III und Middleton II. Ich habe Auracast sowohl mit dem Kilburn III als auch mit dem Middleton II getestet und dabei keine Probleme festgestellt.
Die Funktion befindet sich allerdings noch im Beta-Stadium, sodass Fehler auftreten können. Wer seinen Bluetooth-Lautsprecher hauptsächlich oder ausschließlich für Auracast nutzen möchte, sollte das berücksichtigen. Ich bin allerdings überzeugt, dass Marshall intensiv daran arbeitet, die Beta-Phase zu verlassen.
Eine weitere Option ist die Akkupflege. In drei Stufen lässt sich festlegen, wie schonend mit dem Akku umgegangen werden soll. Je nach Einstellung verkürzt sich entweder die verfügbare Laufzeit, verlängert sich die Ladezeit oder beides. Wird die maximale Ladung beispielsweise auf 95 Prozent begrenzt, sinkt die geschätzte Laufzeit von 30 auf 28,5 Stunden.
Weitere Funktionen sind ein Abschalttimer zwischen 10 und 55 Minuten sowie Firmware-Updates.
Foto: © TheSoundlabs
Mit seinen zwei 30-Watt-Verstärkern kann der Marshall Middleton II bei hoher Lautstärke durchaus energiehungrig werden – und genau das habe ich während meiner mehrwöchigen Testphase ausgiebig ausprobiert. Wie kräftig er dabei aufspielen kann, beschreibe ich im Klangabschnitt.
Bei dauerhaft maximaler Lautstärke wird der Middleton II die von Marshall angegebenen 30 Stunden selbstverständlich nicht erreichen. Bei wechselnder Lautstärke über mehrere Wochen sank der Akkustand bei mir auf 35 Prozent, nachdem ich den Lautsprecher geschätzt etwa 15 Stunden genutzt hatte. Rund 30 Stunden Laufzeit sollten deshalb absolut kein Problem sein, wenn man die Lautstärke bei höchstens etwa der Hälfte hält.
Als vergleichbares Modell bietet sich erneut der Bose SoundLink Max an. Konstruktion, Format und Klangqualität machen den Vergleich relativ fair. Der SoundLink Max hat eine geschätzte Akkulaufzeit von 20 Stunden.
Foto: © TheSoundlabs
Zum Klang des Middleton II gibt es viel zu sagen. Der erste Eindruck ist schlicht erstaunlich: Es ist beeindruckend, wie groß ein so kleiner Lautsprecher klingen kann. Nur sehr wenige Modelle mit ähnlichen Abmessungen können hier mithalten – und das ohne hörbare Verzerrungen.
Nur weil ein Lautsprecher laut spielen kann – nach meinen Messungen bis zu 102 dB in einem Meter Entfernung –, bedeutet das allerdings nicht automatisch, dass er auch gut klingt. Deshalb habe ich wie gewohnt unsere festen Testtitel für Bluetooth-Lautsprecher verwendet.
Wir arbeiten mit einem festen Analyseschema, das wir so konsequent wie möglich anwenden. Dadurch sollen Leser sowohl ein Gefühl für die Leistung eines Produkts bekommen als auch Vergleiche mit bereits getesteten Modellen ziehen können. Wenn möglich, nutzen wir außerdem ein festes EQ-Preset, damit sich unsere Einstellungen leicht reproduzieren lassen. Beim Middleton II kam das Preset „Marshall“ zum Einsatz.
Der erste Titel ist „Chained“ von The xx. Der Song ist bassbetont und eignet sich besonders gut, um Verzerrungen oder Kontrollprobleme im Tiefton aufzudecken. Beim Middleton II klingt der Bass massiv und druckvoll. Obwohl er viel Raum einnimmt – mehr, als für eine natürliche Wiedergabe nötig wäre –, bleibt er klar von den übrigen Frequenzbereichen getrennt. Die Stimmen in den Mitten wirken voll und warm und sitzen genau richtig im Zentrum. Die Höhen sind sicher und klar, allerdings gehen mit zunehmender Entfernung vom Tieftonbereich einige Details durch die enorme Bassmenge verloren.
Als Nächstes folgt „bad guy“ von Billie Eilish. Der Titel deckt einen großen Frequenzbereich ab und besitzt ein Finale, das bei guter Wiedergabe wirklich Eindruck machen kann. Genau das gelingt dem Middleton II. Schon im Intro fällt auf, wie viel sauber produzierten Bass dieser kleine Lautsprecher erzeugt. Der Tiefton reicht tief in den Subbass und wirkt gleichzeitig voll und schwer. Bevor weitere Elemente einsetzen, könnte man glauben, dass für andere Frequenzbereiche kaum noch Platz bleibt – doch das Gegenteil ist der Fall. Billie Eilishs Stimme klingt natürlich und ausgewogen und sitzt weit vorn im Mix. Selbst die Fingerschnipsen nach etwa einer halben Minute wirken glaubwürdig und besitzen einen schönen Attack. Die Höhen, die im vorherigen Titel etwas stärker im Hintergrund lagen, bekommen hier genau den richtigen Raum. Die Becken klingen knackig und klar.
Der dritte und letzte Titel ist „I’m Not The Only One“ von Sam Smith – aus Testsicht ein persönlicher Favorit, weil der breite Frequenzbereich sehr gut zeigt, was ein Lautsprecher richtig und falsch macht. Hier soll der Bass nicht dominieren, und genau das tut er beim Middleton II auch nicht. Er nimmt zwar etwas mehr Raum ein als ursprünglich beabsichtigt, übernimmt aber keineswegs den Song. Vor allem Sam Smiths Stimme sticht hervor. Sie klingt glaubwürdig, präsent und räumlich. In den Mitten gibt es wenig zu kritisieren. Die Stimme besitzt trotz leichter Bassfärbung viel Körper und Tiefe. Auch die Snare klingt sauber und bietet gute Raumresonanz. Die Streicher in Refrain und Zwischenspiel werden allerdings etwas von Bassgitarre und Kickdrum zurückgedrängt. Trotzdem wäre genau dieser Song meine Wahl, wenn ich jemandem den Middleton II von seiner besten Seite zeigen wollte. Ein derart volles Klangbild aus einem so kleinen Gehäuse ist beeindruckend.
Foto: © TheSoundlabs
Mit dem Middleton II zeigt sich Marshall erneut von seiner besten Seite. Wer schon einmal ein Marshall-Produkt besessen hat, kennt die typische Klangsignatur, bei der der Bass viel Raum erhält – und genau das gilt auch hier.
Was Marshall besonders gut gelingt und woran andere Hersteller häufig scheitern: Trotz des kräftigen Basses bekommen Mitten und Höhen genügend Platz. Dadurch entsteht ein schönes Klangbild, bei dem man auf Wunsch massiven, schweren Bass hervorholen kann.
Der Middleton II richtet sich an alle, die einen Bluetooth-Lautsprecher im echten Picknickformat suchen, der dank gummierter Oberfläche einiges aushält und gleichzeitig richtig gut klingt.
Natürlich kostet der Middleton II mehr als viele andere Bluetooth-Lautsprecher. Selten hat das Sprichwort „Qualität hat ihren Preis“ aber so gut gepasst wie hier. Mit Lautsprechern etwa von JBL lässt sich der Middleton II nämlich nicht vergleichen – die Produkte spielen in unterschiedlichen Ligen und richten sich an unterschiedliche Nutzer. Am ehesten vergleichbar ist der Bose SoundLink Max, der einige Dutzend Euro mehr kostet.
Marshall liefert weiterhin ab, und ich bin sehr gespannt darauf, was als Nächstes kommt …
Test veröffentlicht: Mai 2026
Diese Seite wird durch reCAPTCHA geschützt. Es gelten die Datenschutzerklärung und die Nutzungsbedingungen von Google.