Von TheSoundlabs, zuletzt aktualisiert am 14. Juli 2026
Foto: © TheSoundlabs

Mit Klangqualität auf absolutem Weltklasseniveau und mehreren Funktionen, auf die man im Alltag schnell nicht mehr verzichten möchte, ist der Sony WH-1000XM6 eine kluge Wahl, wenn Klang und smarte Funktionen höchste Priorität haben.
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Sony scheint sich zu dem Hersteller entwickelt zu haben, an dem sich viele andere im Premium-Kopfhörersegment orientieren. Entsprechend scheinen sich sämtliche Fachmagazine und etablierten Medien jedes Mal zu überschlagen, wenn ein neues Modell angekündigt wird.
Und wir können es ihnen kaum verdenken. Sonys Erfolgsbilanz ist inzwischen so stark, dass in den vergangenen Jahren kein anderer Hersteller an sie herangekommen ist. Mehrere Modelle wurden von praktisch allen Testern hochgelobt. Betrachtet man Sonys aktuelles Sortiment als Ganzes, bietet die Marke ohne Zweifel ihre bislang beste Kopfhörerpalette.
Dass wir nun Sonys Flaggschiff, den WH-1000XM6, testen konnten, ist deshalb ein großes Ereignis. Nicht zuletzt, weil Sony Premium-Kopfhörer nur selten erneuert – neue Modelle erscheinen im Schnitt etwa alle drei Jahre.
Seit der letzten Generation hat sich viel getan: Design, Funktionen, Klangqualität, Noise Cancelling und Gesprächsqualität – all das hat Sony überarbeitet und verbessert, um der Konkurrenz weiterhin einen Schritt voraus zu bleiben.
Wenig überraschend sind die Sony WH-1000XM6 gut. Wie gut genau, versuchen wir in diesem Test herauszufinden.
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Zum Zeitpunkt unseres Tests kosten die Sony WH-1000XM6 bei Amazon.de 369 Euro. Das ist ein deutlicher Preisunterschied zum vorherigen Flaggschiff Sony WH-1000XM5, das zum Zeitpunkt unseres Tests bei Amazon.de 217 Euro kostet. Allerdings ist der XM5 auch drei Jahre älter als der XM6.
Auf dem Markt dürfte der Bose QuietComfort Ultra (2nd Gen) zu den wichtigsten Konkurrenten zählen. Bose prägt den Markt weiterhin mit aktivem Noise Cancelling auf absolutem Weltklasseniveau. Ebenfalls nicht vergessen sollte man den Bowers & Wilkins Px7 S3, der ebenfalls mit seiner Klangqualität beeindruckt und im Allgemeinen etwas günstiger als die Modelle von Sony und Bose erhältlich ist.
Wer noch eine Preisklasse höher gehen möchte, kann auch die Apple AirPods Max 2 in Betracht ziehen. Sie kosten zum Zeitpunkt unseres Tests rund 560 Euro. Apple weiß nach wie vor, wie man Premiumpreise verlangt.
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Optisch ähneln die Sony WH-1000XM6 ihren Vorgängern zwar stark, doch davon sollte man sich nicht täuschen lassen. Sony hat die Konstruktion in vielerlei Hinsicht praktisch neu aufgesetzt, dabei Kundenfeedback einbezogen und mit eigenen Erkenntnissen kombiniert.
Eine der offensichtlichsten Änderungen ist die Rückkehr der Scharniere, mit denen sich die Kopfhörer zusammenklappen lassen. Auch hier hat Sony auf Details geachtet und die Scharniere aus Edelstahl gefertigt, damit sie häufiges Falten und andere Belastungen aushalten. Der Kopfbügel ist flexibel und erlaubt es, die Ohrmuscheln parallel zueinander auszurichten, wodurch sich die Kopfhörer im zusammengeklappten Zustand noch kompakter machen lassen.
Das mitgelieferte Case nutzt diesen zusätzlichen Platzvorteil allerdings nicht vollständig aus, sondern orientiert sich an der üblichen Aufbewahrungsform faltbarer Kopfhörer. Wer die Kopfhörer etwa auf Reisen im Case transportiert, gewinnt also nicht zusätzlich Platz.
Der Kopfbügel wurde ebenfalls überarbeitet und ist nun etwas breiter und flacher als beim XM5. Das soll offensichtlich den Komfort verbessern – und aus unserer Sicht gelingt das. Während des Testzeitraums ist uns der Kopfbügel nie unangenehm aufgefallen.
Der Bügel verbreitert sich nur zu einer Seite hin. Dadurch lässt sich allein durch Ertasten leichter erkennen, wie herum die Kopfhörer aufgesetzt werden müssen, ohne auf die L- und R-Markierungen schauen zu müssen. Auch die Naht verläuft in dieselbe Richtung wie die Verbreiterung und dient als weiterer fühlbarer Hinweis.
Ein Detail, das den WH-1000XM6 hochwertiger wirken lässt, ist die geräuschlose und stufenlose Verstellung des Kopfbügels. Zusammen mit den in alle Richtungen beweglichen Ohrmuscheln lässt sich so eine sehr gute Passform erreichen. Der Anpressdruck ist allerdings relativ hoch, vor allem unterhalb der Ohren. Mit Sicherheit hat Sony das bewusst so gewählt, um die passive Geräuschdämmung gegenüber dem WH-1000XM5 zu verbessern, der weniger stark anlag. Bei Menschen mit größerem Kopf kann dieser Druck bei längerer Nutzung unangenehm werden.
Auch mit Brille lassen sich die Sony WH-1000XM6 problemlos tragen. Laut den Personen, die sie bei uns auf TheSoundlabs ausprobiert haben, gibt es beim Komfort mit und ohne Brille keinen Unterschied.
Die Ohrpolster bestehen aus Kunstleder – einem Material, das bei längerer Nutzung warm werden kann. Während unseres Tests haben wir davon nichts bemerkt, selbst bei längeren Sessions.
Die Polster erinnern stark an die vorherige Generation. Auffällig ist, wie dünn sie im Vergleich zu vielen anderen Over-Ear-Kopfhörern ausfallen. Sony zeigt damit, dass gute Polsterung nicht zwangsläufig besonders dick sein muss. Wir vermuten, dass die dünnere Konstruktion zusätzlich hilft, unerwünschte Außengeräusche zu reduzieren.
Bei Tasten, Anschlüssen und Steuerung gibt es zwei physische Tasten, einen USB-C-Anschluss, eine 3,5-mm-Klinkenbuchse und ein Touchfeld. Die Ein-/Aus-Taste ist nun rund und leicht eingelassen, sodass sie mit dem Daumen einfacher zu ertasten ist. Keine große Designänderung – aber eine, die die Bedienung im Alltag verbessert.
Das Touchpanel befindet sich an der rechten Ohrmuschel. Seine Funktionen beschreiben wir weiter unten. In der Smartphone-App lässt es sich vollständig deaktivieren.
Im Inneren arbeiten neu entwickelte 30-mm-Treiber. Laut Sony arbeiten sie gemeinsam mit dem QN3-Prozessor, um sowohl die Klangqualität als auch das aktive Noise Cancelling zu verbessern. Gegenüber dem XM5 bleiben Größe und Material der Treiber gleich; die Unterschiede liegen in der Konstruktion und im Zusammenspiel mit dem Prozessor.
Der Frequenzbereich ist mit 4–40.000 Hz angegeben, die Impedanz beträgt bei Akkubetrieb 48 Ohm.
Im WH-1000XM6 arbeiten nicht weniger als zwölf Mikrofone, die vor allem gemeinsam mit dem Prozessor ein marktführendes aktives Noise Cancelling erreichen. Natürlich unterstützen sie auch Telefongespräche, indem störende Umgebungsgeräusche herausgefiltert werden. Wie gut das funktioniert, beschreiben wir im Abschnitt Gesprächsqualität und Noise Cancelling.
Seit der Markteinführung 2025 wurde die Farbauswahl erweitert. Zum Zeitpunkt unseres Tests ist der WH-1000XM6 in „Sand Pink“, „Midnight Blue“, „Sandstone“, „Black“ sowie „Platinum Silver“ erhältlich.
Unser Testgerät ist in Platinum Silver gehalten. Die helle Farbe könnte Nutzer abschrecken, die Kratzer oder Verfärbungen vermeiden möchten. Während unseres Tests war der XM6 unter anderem auf Zugreisen und häufig im Alltag unterwegs. Nach mehreren Wochen Nutzung konnten wir dennoch weder Kratzer noch sichtbare Verfärbungen feststellen.
Es wirkt fast überflüssig zu erwähnen, dass der WH-1000XM6 durchgehend hochwertig wirkt. Im Vergleich zu vielen anderen Herstellern besteht hier tatsächlich ein deutlicher Klassenunterschied. Im Consumer-Bereich gibt es nur eine Handvoll Marken, die auf diesem Niveau mit Sony mithalten können.
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Beim WH-1000XM6 fährt Sony bei Mikrofonen und deren Einsatz für Noise Cancelling und Gesprächsqualität groß auf. Während der XM5 acht Mikrofone besaß, kommt der XM6 auf zwölf. Sie arbeiten gemeinsam mit dem QN3-Prozessor, um ein aktives Noise Cancelling zu liefern, das eines Flaggschiffs würdig ist. Pro Ohrmuschel kommen sechs Mikrofone zum Einsatz: Vier sitzen gleichmäßig verteilt außen, zwei auf der Innenseite.
Die äußeren Mikrofone besitzen außerdem ein geräuschreduzierendes Netz, das Windgeräusche minimieren soll.
Insgesamt ist das aktive Noise Cancelling des WH-1000XM6 eine klare Verbesserung gegenüber dem Vorgänger. In unserer lautesten Testumgebung mit mehr als 100 dB werden vor allem Bass- und Mittenfrequenzen sehr effektiv gedämpft. Man merkt sofort, dass das ANC zur absoluten Spitzenklasse gehört. Einen unangenehmen Druck- oder „Vakuum“-Effekt auf den Ohren gibt es dabei ebenfalls nicht.
Nicht zu unterschätzen ist außerdem, wie gut der WH-1000XM6 Musik in lauten Umgebungen wiedergibt. Der Klang bleibt mit aktiviertem Noise Cancelling genauso gut wie ohne ANC. Das schaffen längst nicht alle Kopfhörer.
Auch Telefongespräche funktionieren in unterschiedlichen Umgebungen erwartungsgemäß gut. Ganz das Niveau der neuen soundcore Liberty 5 Pro Max erreichen sie allerdings nicht, die wir vor einiger Zeit getestet haben. Das überrascht kaum, denn soundcore hat mit seiner Gesprächsqualität sogar einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde erreicht.
Trotzdem konnten wir uns in allen Testumgebungen verständlich machen. Bei mehr als 100 dB Umgebungslärm war jedes Wort für die Gegenseite noch verständlich, allerdings mit deutlicher Verzerrung und Verfremdung. In ruhigeren Umgebungen war die Gesprächsqualität dagegen absolute Spitzenklasse. Selbst bei starkem Wind hätte die Gegenseite glauben können, wir befänden uns in einer optimalen Testumgebung – so sauber wurde die Stimme übertragen.
Das Noise Cancelling ist ein deutlicher Schritt nach vorn gegenüber dem WH-1000XM5 und ein noch größerer, wenn man ihn mit einigen der wichtigsten Konkurrenten wie Bose QuietComfort Ultra Headphones und Bowers & Wilkins Px7 S3 vergleicht.
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Das Herzstück des WH-1000XM6 ist der „HD Noise Cancelling Processor QN3“. Damit überspringt Sony im Namen gleich zwei Schritte gegenüber dem QN1 des Vorgängers. Laut Sony arbeitet der neue Prozessor bis zu siebenmal schneller als der QN1.
Der neue Prozessor ermöglicht das von Sony als „look-ahead noise sharper“ bezeichnete Verfahren. Damit soll der Prozessor Störgeräusche im Audiosignal vorausahnen und schneller auf plötzliche Veränderungen reagieren können. Das soll zu einem detaillierteren und natürlicheren Klangbild mit kräftigerem Bass beitragen.
Für eine bessere Klangqualität sorgt außerdem DSEE Extreme, Sonys eigenes Klangverbesserungssystem, das bereits im WH-1000XM5 vorhanden war. DSEE Extreme soll digitale Audiodateien mit geringerer Qualität oder niedriger Bitrate aufwerten und näher an hochauflösenden Klang heranführen.
Beginnen wir mit den Bedienelementen direkt am Kopfhörer. Zwei physische Tasten steuern Ein/Aus beziehungsweise aktives Noise Cancelling/Umgebungsmodus.
Das Touchpanel sitzt an der rechten Ohrmuschel und steuert Wiedergabe/Pause, nächsten Titel, vorherigen Titel, schnellen Vorlauf, schnellen Rücklauf sowie Lautstärke hoch und runter. Die Befehle werden durch Tippen und Wischen nach oben, unten oder zur Seite ausgeführt. Die Touchsteuerung funktioniert ordentlich, erreicht aber selbst in dieser Preisklasse nicht die Präzision physischer Tasten.
In der Sound-Connect-App, die über Google Play und den App Store erhältlich ist, wirkt die Oberfläche auf den ersten Blick überraschend reduziert. Sobald man sich etwas genauer umsieht, entdeckt man jedoch eine große Zahl an Einstellungen und Funktionen. Deshalb konzentrieren wir uns hier auf die auffälligsten und aus unserer Sicht interessantesten.
Zu den grundlegenden Funktionen, die man in dieser Preisklasse erwarten darf, gehört selbstverständlich der Equalizer. Es gibt fünf Presets: „Heavy“, „Bright“, „Excited“, „Mellow“ und „Game“. Heavy verstärkt den Bass, Bright die Höhen, Excited Bass und Höhen, Mellow reduziert Bass und Höhen und hebt die Mitten leicht an, während Game vor allem Schritte und Schüsse in FPS-Spielen hervorheben soll.
Die Presets lassen sich bearbeiten. Zusätzlich können bis zu drei eigene EQ-Profile mit zehn Bändern erstellt werden.
Wer besonders einfach eine passende Abstimmung finden möchte, kann „Find Your Equalizer“ verwenden. Die Funktion korrigiert den EQ in zwei Schritten. Zunächst wird ein beliebiger Song in einer beliebigen Musik-App abgespielt. Danach wählt man zunächst zwischen fünf Klangvarianten und anschließend zwischen vier weiteren Feinabstimmungen.
Das ist ein unkomplizierter Weg zu einem persönlichen EQ. Allerdings hat soundcore mit „SoundID“ aus unserer Sicht einen Vorteil: Statt nur zwei Auswahlrunden durchzugehen, werden dort mehrere A/B-Vergleiche genutzt, um einzelne Frequenzbereiche detaillierter anzupassen.
Neu beim WH-1000XM6 ist der Hörmodus „Cinema“. Mit 360 Reality Audio Upmix versucht Sony, das räumliche Klangerlebnis eines Kinosaals zu simulieren. Das funktioniert überraschend gut und kann das Filmerlebnis unterwegs tatsächlich aufwerten.
„Adaptive Sound Control“ ist eine Funktion, an die man sich im Alltag sehr schnell gewöhnen kann. Der Kopfhörer erkennt, ob du stillstehst, gehst, läufst oder dich in einem Verkehrsmittel befindest, und passt den Umgebungsmodus entsprechend an. Im Stillstand wird aktives Noise Cancelling verwendet, beim Gehen oder Laufen der Umgebungsmodus und in Verkehrsmitteln wieder ANC.
Für Pendler kann das ein großer Vorteil sein. In der U-Bahn arbeitet beispielsweise ANC, während beim Aussteigen automatisch der Umgebungsmodus aktiviert werden kann, damit Verkehrs- und Umgebungsgeräusche wieder wahrnehmbar sind.
Eine Funktion, die beim Marktstart des WH-1000XM6 noch relativ neu war, inzwischen aber zunehmend auch in der Mittelklasse auftaucht, ist „Speak-to-Chat“. Der Kopfhörer erkennt deine Stimme, senkt beim Sprechen automatisch die Wiedergabelautstärke und aktiviert gleichzeitig den Umgebungsmodus. So kannst du ein Gespräch beginnen, ohne die Wiedergabe manuell zu pausieren oder die Kopfhörer abzunehmen. Anschließend lässt sich einstellen, wie lange nach dem Ende des Gesprächs gewartet werden soll, bevor Lautstärke und ursprünglicher Modus wiederhergestellt werden.
Alternativ dazu bietet Sony „Quick Attention“. Dabei legst du die rechte Hand vollständig über das Touchpanel, wodurch sofort der Umgebungsmodus aktiviert wird. Sobald du die Hand entfernst, kehrt der Kopfhörer zur vorherigen Einstellung zurück. Das ist beispielsweise im öffentlichen Nahverkehr praktisch, wenn Durchsagen schnell hörbar sein sollen.
Das sind nur einige der vielen Funktionen des WH-1000XM6. Eine vollständige Auflistung würde diesen Test deutlich sprengen. Wer sich noch genauer informieren möchte, findet weitere Details auf Sonys offizieller Website.
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Die Akkulaufzeit des WH-1000XM6 entspricht der des XM5 und liegt bei 30 Stunden mit aktiviertem ANC beziehungsweise 40 Stunden ohne ANC. Dass Sony gegenüber dem Vorgänger nicht mehr Laufzeit herausholt, überrascht nicht – der neue Prozessor ist leistungsfähiger und benötigt mit Sicherheit mehr Energie.
Mit einem USB-PD-Ladegerät liefern drei Minuten Laden bis zu drei Stunden Wiedergabezeit. Neu beim WH-1000XM6 ist außerdem, dass kabellose Musikwiedergabe auch während des Ladens möglich ist.
Zum Vergleich: Der Bose QuietComfort Ultra 2 bietet 30 Stunden mit ANC und 45 Stunden ohne. Der Bowers & Wilkins Px7 S3 erreicht ähnliche Werte von 30 Stunden mit ANC und etwa 35 Stunden ohne ANC. Damit liegen alle drei Modelle ziemlich nah beieinander.
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Bis hierhin war praktisch alles am WH-1000XM6 positiv. Doch hat Sony auch das Wichtigste geschafft – nämlich die Klangqualität zu liefern, die man von einem Flaggschiff erwartet?
Aus unserer Sicht eindeutig ja.
Für diesen Test haben wir in der Sound-Connect-App „Find Your Equalizer“ verwendet und sind bei einer Abstimmung gelandet, die Bass und Höhen leicht anhebt. Der Unterschied zwischen neutraler Wiedergabe und EQ-Anpassung ist größer, als man zunächst erwarten würde. Eine besondere Stärke des WH-1000XM6 ist, wie unmittelbar er auf selbst kleinste EQ-Veränderungen reagiert.
Über längere Zeit hatten wir bei unseren Analysen dieselben Testtitel verwendet. Für diesen Test war es deshalb ein guter Zeitpunkt, unser übliches Repertoire zu erweitern. Der Grund ist einfach: Wir hatten die alten Stücke inzwischen sehr oft gehört. Der Wechsel erfolgte allerdings nicht willkürlich – die neuen Titel wurden gezielt ausgewählt, damit sie möglichst gut Schwächen und Stärken von Audioprodukten offenlegen.
Der erste neue Testtitel ist „Attention“ von Charlie Puth. Wir haben ihn vor allem ausgewählt, um zu beurteilen, wie gut ein Gerät die Balance zwischen den Frequenzbereichen hält. Wichtig sind klare Separation, Gleichgewicht und musikalischer Drive.
Beim Start von „Attention“ fällt sofort auf, wie gut der E-Bass klingt. „Groove“ beschreibt das Ergebnis wahrscheinlich am besten. Der Bass wirkt sehr natürlich und besitzt eine Detailtiefe, die schwer zu übertreffen und fast noch schwerer zu beschreiben ist.
Bei einem derart kräftigen Bass könnte man erwarten, dass die intimere Stimme untergeht – genau das passiert aber nicht. Charlie Puths Stimme bleibt glasklar und transportiert sehr viel Ausdruck und Seele.
Der WH-1000XM6 scheint außerdem von etwas Nutzungszeit zu profitieren. Unser Eindruck war, dass Separation und Dynamik mit längerer Verwendung noch besser wurden.
Als Nächstes folgt „xanny“ von Billie Eilish. Billie Eilish gehörte bereits früher zu unseren Testtiteln, doch mit „xanny“ prüfen wir etwas anderes. Der Track fordert die tiefen Frequenzen mit einem schweren, stark bearbeiteten Bass. Gleichzeitig kann Billies flüsternde Nähe zum Mikrofon bei schwächeren Audioprodukten sehr leicht vom Bass überdeckt werden. Im Refrain passiert zudem viel gleichzeitig, was die Fähigkeit zur Separation besonders fordert.
Schon nach den ersten Sekunden wird klar, wie kontrolliert der WH-1000XM6 mit dem Bass umgeht. Der künstlich übertriebene und mit zusätzlicher Verzerrung versehene Tiefton wird präzise, rund und klar abgegrenzt wiedergegeben. Billies flüsternde Stimme bleibt trotzdem ausgesprochen deutlich. Man spürt förmlich, wie nah sie bei der Aufnahme am Mikrofon war. Selbst Hintergrundgeräusche anderer Personen bleiben hörbar und verschwinden nicht, sobald die Musik dichter wird.
Auch die Resonanz des Schlagzeugs ist klar wahrnehmbar. Die Drums sollen in diesem Stück bewusst etwas zurückgenommen wirken, trotzdem lässt sich jeder Schlag auf der Snare sehr gut nachvollziehen – fast wie bei einer Liveaufnahme aus geringer Entfernung.
Zum Abschluss kommt „Pneuma“ von Tool zum Einsatz – einer Band, die für ihre Arrangements und ihren experimentellen Ansatz bekannt ist. Während die ersten beiden Titel stärker auf Bass und Mitten zielen, hilft „Pneuma“ dabei, die Höhenwiedergabe zu beurteilen – insbesondere die Becken, die bei schwächeren Kopfhörern und Lautsprechern schnell in weißes Rauschen übergehen können.
Hier zeigt der WH-1000XM6 seine Fähigkeit, ein breites und tiefes Klangbild zu erzeugen, in dem jedes Element einen klaren Platz besitzt. Separation und Resonanz sind hervorragend. Der Kopfhörer zeigt, wie viele Informationen sich aus einer kabellosen Wiedergabe herausholen lassen. Es fühlt sich an, als läge er sehr nah an dem, was kabellose Kopfhörer aktuell überhaupt reproduzieren können.
Es ist überraschend schwer, in Worte zu fassen, wie gut der WH-1000XM6 Musik wiedergibt. Man könnte denken, dass bessere Kopfhörer leichter zu testen wären – inzwischen wissen wir, dass eher das Gegenteil der Fall ist.
Denn was schreibt man über einen Kopfhörer, an dem es beim Klang praktisch nichts auszusetzen gibt?
Festhalten lässt sich, dass seine Popularität vollkommen nachvollziehbar ist. Besonders auffällig ist, wie stark er auf EQ-Veränderungen reagiert. Jede kleine Korrektur verändert den Charakter hörbar, und nur wenige andere Kopfhörer können dabei so präzise folgen. Mit dem Equalizer des WH-1000XM6 zu experimentieren, ist eine wahre Freude.
Wir sind sehr beeindruckt und werden den WH-1000XM6 höchstwahrscheinlich für längere Zeit als Referenz für kabellose Over-Ear-Kopfhörer verwenden.
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Sony ist kein Hersteller, der ständig neue Kopfhörer auf den Markt bringt. Besonders im oberen Preissegment geht die Marke sehr sparsam mit Produktneuheiten um – und das gefällt uns. Denn wenn ein neues Flaggschiff erscheint, weiß man meist ziemlich genau, welches Niveau man erwarten darf. Der WH-1000XM6 ist der bislang beste kabellose Over-Ear-Kopfhörer von Sony, und das sagt einiges.
Besonders herausragend ist die Klangqualität. Wer neue Over-Ear-Kopfhörer sucht und Klang deutlich höher gewichtet als den Preis, sollte den Sony WH-1000XM6 unbedingt in Betracht ziehen. Er gehört zu den besten Modellen auf dem Markt.
Dazu kommt Noise Cancelling auf dem Niveau anderer Spitzenmodelle sowie eine Gesprächsqualität, die klare Telefonate ermöglicht, ohne allerdings neue Maßstäbe zu setzen.
Mehrere Funktionen wirken so sinnvoll, dass sie in Zukunft durchaus zum Branchenstandard werden könnten. Besonders denken wir dabei an „Adaptive Sound Control“ und „Quick Attention“.
Zwei Punkte bleiben zu kritisieren. Erstens das Touchpanel: Es funktioniert gut, aber physische Tasten bieten weiterhin die präzisere Kontrolle. Zweitens kann der Kopfhörer unterhalb der Ohren relativ viel Druck aufbauen und dadurch bei längerer Nutzung unangenehm werden. Das betrifft vor allem Menschen mit größerem Kopf.
Trotzdem gehört der Sony WH-1000XM6 zu unseren bisher eindeutigsten Empfehlungen. Wir lieben den Klang und die Funktion „Adaptive Sound Control“.
Wir können all die Auszeichnungen, die das Modell bereits von unterschiedlichen Medien erhalten hat, sehr gut nachvollziehen und sind überzeugt, dass weitere Auszeichnungen folgen werden.
Test veröffentlicht: Juli 2026
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