Von Christoffer Karlsson, zuletzt aktualisiert am 9. April 2026
Foto: © TheSoundlabs

Mit einer Verarbeitung der absoluten Spitzenklasse und dem Preis-Leistungs-Verhältnis, für das Anker bekannt ist, eignen sich die AeroFit 2 gut für alle, die beim Laufen oder anderen Aktivitäten mehr als ordentliche Klangqualität mit sicherem Sitz und natürlicher Umgebungswahrnehmung kombinieren möchten.
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Es ist immer interessant, vor einem Test einen Blick darauf zu werfen, was andere Nutzer von einem Produkt halten – sowohl auf die positiven als auch auf die weniger überzeugenden Punkte, auf die man während der eigenen Testphase besonders achten sollte. Vor meinem Test der soundcore AeroFit 2 waren die Meinungen ausgesprochen unterschiedlich, vor allem bei der Klangqualität. Im Nachhinein kann ich beide Seiten nachvollziehen. Wer die AeroFit 2 klanglich schwach findet, hat ihnen wahrscheinlich nicht genügend Zeit gegeben und keine echte Chance gegeben. Nach meiner Erfahrung brauchen sie eine gewisse Einspielzeit, bevor sie ihr volles Potenzial zeigen und so gut klingen, wie sie tatsächlich können.
Natürlich erreichen sie nicht das Klangniveau klassischer In-Ears, das manche Käufer vielleicht erwarten. Eine solche Erwartung wäre angesichts der Bauform aber auch nicht wirklich fair. Wer berücksichtigt, dass zwischen Gehörgang und Lautsprecher ein gewisser Abstand besteht und seine Erwartungen entsprechend setzt, wird von der Klangqualität nicht enttäuscht.
Neben dem Klang gehe ich in diesem Test darauf ein, wie sich die soundcore AeroFit 2 im Alltag tragen, wie einfach sie zu bedienen sind, welche Funktionen sie bieten und ob sie am Ende ihren Preis wert sind.
Zum Marktstart Ende 2024 lag der Preis bei rund 140 Euro. Inzwischen hat er sich halbiert und liegt regulär bei etwas mehr als 70 Euro.
soundcore ist für Produkte mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis bekannt, und die AeroFit 2 bilden keine Ausnahme. Open-Ear-Kopfhörer vergleichbarer Qualität von bekannteren Herstellern kosten ungefähr das Doppelte. Die Shokz OpenFit 2+ sind ein Beispiel dafür.
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Die soundcore AeroFit 2 bestehen aus zwei separaten Hörern mit jeweils einem kleineren, länglichen, bohnenförmigen Element in mattschwarzer Ausführung. Dieser Teil misst 30 × 12 × 9 mm und enthält Akku, Ladekontakte und die zugehörige Elektronik. Über eine flexible C-Brücke aus mattschwarzem Gummi ist er mit dem eigentlichen Lautsprecherelement verbunden. Auch dieses ist bohnenförmig und misst 30 × 16 × 11 mm. Es besteht im Wesentlichen aus einem 20 × 11,5 mm großen Treiber und zwei Mikrofonen. Bei den AeroFit 2 hat soundcore außerdem auf Kritik am schwachen Bass früherer Open-Ear-Modelle reagiert und eine sogenannte „sanduhrförmige Kammer“ unter dem Treiber integriert, die für höheren Schalldruck im Tiefton sorgen soll.
Im Vergleich zum Vorgänger AeroFit besitzen die AeroFit 2 um 6 mm größere Treiber. Der Frequenzbereich bleibt mit 20 Hz bis 20 kHz gleich. Durch die LDAC-Unterstützung können die AeroFit 2 allerdings Frequenzen bis 40 kHz übertragen.
Der Winkel der Lautsprechereinheit zur C-Brücke lässt sich in vier festen Stufen einstellen, um eine möglichst gute Passform zu erreichen. Das ist eine Verbesserung gegenüber dem Vorgänger. Für relativ kleine Kopfhörer bieten die soundcore AeroFit 2 auch bei längerer Nutzung guten Komfort. Im Vergleich zu den soundcore C50i, die wir vor einiger Zeit getestet haben, bevorzuge ich allerdings die C50i, weil diese weniger direkt am Ohr anliegen als die AeroFit 2.
Ich habe die soundcore AeroFit 2 bei unterschiedlichen Aktivitäten getragen – beim Laufen, Krafttraining, Radfahren und sogar beim Putzen. In allen Situationen saßen sie sicher und bequem und waren nie kurz davor, sich zu lösen. Als langhaariger Brillenträger empfinde ich sie allerdings manchmal als etwas störend, wenn Haare oder Brille korrigiert werden müssen. Die C-Brücke über dem Ohr kann dabei im Weg sein. Sobald alles sitzt, lassen sie sich jedoch problemlos zusammen mit einer Brille tragen.
Auch Regen und sehr schweißtreibende Trainingseinheiten sind kein Problem. Die AeroFit 2 sind nach IP55 geschützt und halten damit unter anderem Strahlwasser stand.
Bei genauerem Hinsehen wirken sowohl Kopfhörer als auch Ladecase hochwertig. Nichts fühlt sich billig oder besonders kunststofflastig an. Die matte Oberfläche zieht sich durch das gesamte Design und vermittelt einen hochwertigen Eindruck. Ein besonders gelungenes Detail ist das weiche, gedämpfte Schließen des Ladecases.
Wie andere Open-Ear-Kopfhörer geben auch die soundcore AeroFit 2 etwas Klang an die Umgebung ab. Da die Treiber jedoch direkt zum Ohr ausgerichtet sind, bleibt dieser Schallverlust gering. Erst bei nahezu völliger Stille und hoher Lautstärke dürften andere Personen überhaupt etwas hören. Dass Außenstehende beispielsweise ein Telefongespräch mithören können, halte ich deshalb für sehr unwahrscheinlich.
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soundcore scheint viel Arbeit in die Gesprächsqualität investiert zu haben. Die AeroFit 2 sind bereits das zweite Modell der Marke innerhalb kurzer Zeit, das hier sehr gut abschneidet. Das gilt nicht nur für den Klang, den ich selbst über die Kopfhörer höre, sondern auch für die Gegenseite. Selbst an windigen Tagen gab es keinerlei Probleme, meine Stimme zu verstehen. Die AI-Technik in Kombination mit zwei Mikrofonen pro Hörer scheint die Sprachübertragung wirkungsvoll zu optimieren.
Normalerweise behandeln wir in diesem Abschnitt auch das Noise Cancelling. Bei einem Open-Ear-Modell wie den AeroFit 2 ist das allerdings nicht relevant, da keine aktive Geräuschunterdrückung vorhanden ist.
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Vor Kurzem haben wir die soundcore C50i getestet, ein neueres Modell, bei dem soundcore möglicherweise wieder stärker auf physische Tasten setzt. Bei den AeroFit 2, die inzwischen etwas älter sind, ist das noch nicht der Fall. Hier kommt Touchsteuerung zum Einsatz – und sie funktioniert so, wie es bei Kopfhörern leider oft der Fall ist: eher mäßig. Die Touchflächen werden sehr leicht unbeabsichtigt berührt. soundcore versucht Fehlbedienungen zu reduzieren, indem ab Werk keine Funktion auf einen einzelnen Tipp gelegt ist. Das lässt sich in der App ändern. Trotzdem können auch Doppel- oder sogar Dreifachtipps versehentlich ausgelöst werden, wenn man die AeroFit 2 aufsetzt oder abnimmt. Dann kann plötzlich ein anderer Podcast laufen oder die Lautstärke stark verändert sein, bevor beide Hörer überhaupt richtig sitzen. Beim aktualisierten AeroFit 2 Pro hat soundcore dieses Problem adressiert und wieder physische Tasten verwendet.
Über die Touchsteuerung lassen sich Lautstärke erhöhen und senken, Titel vor- und zurückwechseln, Wiedergabe/Pause steuern und der Sprachassistent aufrufen.
Die soundcore AeroFit 2 unterstützen Multipoint. Dadurch können sie gleichzeitig mit mehreren Geräten verbunden sein. Für eine weitere Kopplung hält man beide Touchflächen drei Sekunden lang gedrückt. Anschließend wechseln die Kopfhörer in den Pairing-Modus und können mit einem zusätzlichen Gerät verbunden werden.
Über die soundcore-App stehen weitere Funktionen zur Verfügung. Am nützlichsten ist vermutlich der Equalizer. Hier gibt es nicht weniger als 22 voreingestellte Klangprofile. Mein Favorit ist „Classical“, weil dieses Preset für mich die natürlichste Abstimmung bietet. Wer den Klang weiter anpassen möchte, kann unter „Custom EQ“ acht Frequenzbänder individuell einstellen. Zusätzlich gibt es „3D Surround Sound“, das vor allem für Filme und Gaming gedacht ist. Ich habe die Funktion während einer Partie Counter-Strike ausprobiert. Richtungen lassen sich damit tatsächlich etwas präziser wahrnehmen, was manche Spieler schätzen dürften. Für eine möglichst natürliche Wiedergabe ist dieser Modus allerdings erwartungsgemäß nicht die beste Wahl.
In der App lässt sich außerdem der Akkustand jedes einzelnen Hörers sowie der Akkustand des Ladecases anzeigen. Letzteres ist bei Kopfhörern keineswegs selbstverständlich und deshalb ein willkommenes Detail.
Seit einiger Zeit erhalten alle soundcore-Kopfhörer außerdem Zugriff auf „Anka“, Soundcores eigene AI-Funktion, die unter anderem Echtzeitübersetzung und kontextbezogenes Lernen bietet.
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Mit insgesamt 10 Stunden Laufzeit pro Ladung halten die soundcore AeroFit 2 eine Stunde kürzer durch als die ursprünglichen soundcore AeroFit. Die Gesamtlaufzeit inklusive Ladecase bleibt mit 42 Stunden jedoch identisch.
Verglichen mit ähnlichen Kopfhörern anderer Hersteller ist das ein guter Wert. Üblich sind ungefähr 5 bis 10 Stunden pro Ladung.
Ein Detail, das viele Nutzer sicherlich zu schätzen wissen werden: Das Ladecase unterstützt auch kabelloses Laden.
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Auch auf die Gefahr hin, wie eine kaputte Schallplatte zu klingen: Open-Ear-Kopfhörer werden allein durch ihre Bauform klanglich immer Schwierigkeiten haben, mit anderen Kopfhörerkategorien mitzuhalten. Gemessen daran machen die AeroFit 2 einen klar ordentlichen Job, allerdings nicht ohne Schwächen. Vor allem im tiefsten Bass fehlt echte Tiefe. Die alleruntersten Frequenzen können die AeroFit 2 nicht vollständig reproduzieren, auch wenn durch die neue „Sanduhrkammer“ durchaus spürbarer Druck entsteht. Auch in den Höhen fehlt etwas Dynamik und Nuance. Die Mitten dagegen gefallen mir sehr gut und sind die große Stärke der AeroFit 2. Am meisten überrascht jedoch die Separation zwischen den Frequenzbereichen, die ausgesprochen gut ist. Während des Tests habe ich mehrfach Instrumente und Details in Songs wahrgenommen, die mir zuvor nicht aufgefallen waren. Selbst die räumliche Darstellung ist breiter, als man es bei Open-Ear-Kopfhörern normalerweise erwartet.
Beginnen wir mit „15 Step“ von Radiohead. Der fehlende Tiefbass macht sich sofort im Intro bemerkbar. Der Druck ist vorhanden – die Ohren vibrieren fast –, aber die Tiefe der Kickdrum fehlt und sie klingt entsprechend flach. Erst mit dem E-Bass wird das Klangbild wirklich überzeugend. Seine warmen Töne passen sehr gut, während die Stimme weit vorn im Mix sitzt. Das Schlagzeug klingt ordentlich, weder zu scharf noch zu zurückhaltend. Lediglich bei den Becken fehlen etwas Detail und Feinzeichnung.
Der nächste Titel ist „Wouldn’t Have It Any Other Way“ von The Streets. Dieser Song funktioniert mit den soundcore AeroFit 2 weniger gut. Der normalerweise sehr tiefe Bass wirkt hier überraschend unauffällig. Auch das Klavier, das sonst weit vorn im Klangbild steht, rückt deutlich in den Hintergrund. Die Stimme nimmt viel Raum ein und klingt mit guter Dynamik und Breite überzeugend. Die Snare liegt bekanntermaßen nah an der Grenze zur Schärfe und überschreitet sie bei den AeroFit 2 teilweise. Gleichzeitig bleiben die Becken eher anonym.
Der letzte Titel ist „I’m Not The Only One“ von Sam Smith. Hier hinterlassen vor allem die luftige Wiedergabe und Sam Smiths Stimme einen starken Eindruck. Bei den Instrumenten bleibt dagegen etwas Luft nach oben. Das Schlagzeug klingt unauffällig und könnte mehr Nuance vertragen. Das Klavier wirkt etwas gedämpft und ebenfalls weniger detailreich. Der Bass klingt dagegen angenehm warm. Gerade bei diesem Titel wird besonders deutlich, dass den soundcore AeroFit 2 etwas Detailauflösung fehlt – auch wenn Separation und Dynamik überraschend gut sind.
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Nach einigen Wochen mit den soundcore AeroFit 2 sind meine Eindrücke gemischt. Einerseits liefern sie eine sehr gute Separation zwischen den Frequenzbereichen und machen Details in Songs hörbar, die man noch nie zuvor wahrgenommen hat. Andererseits fehlt im Bass etwas echte Tiefe, und auch in den Höhen gehen Details verloren, die man gern hören würde.
Wer sehr anspruchsvoll hört, findet in den soundcore AeroFit 2 möglicherweise nicht die richtige Lösung. Wer sich dagegen eher als Alltagsnutzer sieht und klar ordentliche Klangqualität, hohe Lautstärke und spürbaren Bass sucht, für den können die AeroFit 2 klanglich genau die richtige Wahl sein.
Die AeroFit 2 sind allerdings deutlich mehr als nur ihr Klang. Sie bieten eine gute Akkulaufzeit, einen sicheren Sitz, der selbst beim Laufen und anderen sportlichen Aktivitäten keinen Millimeter verrutscht, sowie zahlreiche Funktionen. Die vielen EQ-Einstellungen und „3D Surround Sound“ sind sinnvolle Extras. Abgesehen von der Touchsteuerung gibt es beim Funktionsumfang wenig zu kritisieren.
Wer bequeme Kopfhörer sucht, mit denen man beim Laufen oder Spazierengehen die Umgebung weiterhin wahrnehmen kann und gleichzeitig eine klar ordentliche Klangqualität möchte, kann die soundcore AeroFit 2 bedenkenlos wählen – man wird nicht enttäuscht sein.
Test veröffentlicht: April 2026
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