Von Christoffer Karlsson, zuletzt aktualisiert am 10. Juni 2026
Foto: © TheSoundlabs

Die Wavell 4 Pro liefern ordentlichen Klang, ordentliche Funktionen, eine ordentliche Verarbeitung und guten Komfort. Ohne den hohen Preis wären sie insgesamt ein durchaus solider Kauf.
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Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich Wavell zum ersten Mal kennengelernt habe. Das war vor gut zwei Jahren, als ich für eine andere Website die Gelegenheit hatte, die Wavell 3 Pro zu testen – den Vorgänger der Wavell 4 Pro. Damals wirkten die Wavell 3 Pro wie eine angenehme Abwechslung zu den etablierten Herstellern. Ordentliche Klangqualität zu einem guten Preis zu bekommen, war durchaus beeindruckend. Inzwischen hat sich der Markt jedoch weiterentwickelt. In den vergangenen zwei Jahren sind weitere Hersteller hinzugekommen, die vergleichbare In-Ears zu ähnlichen oder teilweise sogar niedrigeren Preisen anbieten. Umso passender ist es, dass Wavell nun die 4 Pro auf den Markt gebracht hat, die möglicherweise den Kampf mit der knallharten Konkurrenz aufnehmen können.
Dass die Wavell 4 Pro besser als die Wavell 3 Pro sind, steht außer Frage. Sowohl der Klang als auch das Design wurden verbessert und wirken moderner. Die entscheidende Frage ist allerdings, ob das genügt, um den relativ hohen Preis von rund 140 Euro zu rechtfertigen. Genau das versuche ich wie gewohnt mit einem möglichst gründlichen Test herauszufinden.
Weiterlesen und erfahren, wie die Wavell 4 Pro in unserem Test abschneiden.
In einem so hart umkämpften Markt wie dem für In-Ear-Kopfhörer kann der Preis einer der absolut wichtigsten Faktoren sein. Zum Zeitpunkt unseres Tests kosten die Wavell 4 Pro rund 140 Euro. Damit liegen sie bei kleineren Herstellern, die um dieselbe Zielgruppe konkurrieren, am oberen Ende der Preisskala. Bei diesem Preis müssen nicht nur Klangqualität, sondern auch Funktionen, Verarbeitung und Gesprächsqualität ein hohes Niveau erreichen.
Innerhalb von Wavells eigenem In-Ear-Sortiment werden die Wavell 4 Pro als Flaggschiffmodell vermarktet und sind entsprechend das teuerste Modell. Direkt darunter liegen die Wavell 3 Pro, die in diesem Test häufiger als Vergleich dienen und rund 130 Euro kosten. Wer ein engeres Budget hat, kann auch die Wavell 4 Plus für etwa 90 Euro in Betracht ziehen.
Bei anderen Herstellern ist der Testsieger SUPRA NERO-TX PRO 2nd Gen eine sehr interessante Alternative. Er kostet rund 20 Euro weniger und wird aller Voraussicht nach im Laufe des Jahres noch eine Auszeichnung erhalten.
Wir haben den SUPRA NERO-TX PRO 2nd Gen bereits getestet und waren davon sehr angetan.
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Auf den ersten Blick könnte man das Ladecase problemlos für ein Modell eines größeren Herstellers halten. Besonders Samsung und Huawei kommen einem dabei in den Sinn. Auch beim Anfassen hinterlässt es einen guten Eindruck: Auf der Vorderseite sitzen ein dezentes Wavell-Logo und eine weiße LED-Anzeige. An der Unterseite befinden sich ein USB-C-Anschluss und eine Taste, mit der eine neue Bluetooth-Kopplung gestartet wird.
Erst beim Öffnen des Cases wird etwas deutlicher, dass die Kopfhörer von einem kleineren Hersteller stammen. Das federbelastete Scharnier fühlt sich zwar sauber und angenehm an, doch die Ohrhörer selbst vermitteln einen etwas günstigeren Eindruck. Optisch sehen sie durchaus hochwertig aus und könnten ebenso gut von einem der großen Hersteller stammen. Der Stiel besitzt eine glänzende silberne Oberfläche mit einem dezenten Logo am Ende. Erst beim Anfassen wirkt der verwendete Kunststoff etwas preiswerter.
Mit dem Lineal gemessen kommt das Ladecase auf 55 × 50 × 30 mm und wiegt 34 Gramm. Die Ohrhörer messen 34 × 20 × 15 mm und wiegen jeweils 4 Gramm. Die Abmessungen sind denen der Wavell 3 Pro sehr ähnlich, allerdings fallen die 4 Pro ein paar Millimeter kürzer aus.
Wie viele andere In-Ears besitzen die Wavell 4 Pro drei Mikrofone pro Ohrhörer. Sie sitzen an beiden Enden des Hörers sowie innen in der Nähe des Silikonaufsatzes. Die silberne Fläche auf der Vorderseite jedes Ohrhörers trägt nicht nur das Logo, sondern beherbergt auch eine weiße LED-Anzeige und die Touchfläche.
Ein Detail, das mir gefällt, sind die Ladekontakte am unteren Ende des Stiels. Die Kontaktfläche ist mehrere Millimeter groß, wodurch die Verbindung zum Ladecase praktisch immer zuverlässig hergestellt wird. Das ist bei In-Ear-Kopfhörern keineswegs selbstverständlich.
Im Inneren arbeiten 12-mm-Treiber aus Biofaser, die 2 mm größer sind als bei den Wavell 3 Pro. Offizielle Angaben zum Frequenzbereich konnte ich nicht finden. Einige Quellen nennen 20 Hz bis 20 kHz. Die Bluetooth-Version ist 5.3.
Die Wavell 4 Pro sind nach IPX5 klassifiziert, was bedeutet, dass sie vollständig staubdicht sind und Strahlwasser aushalten. Praktisch stellen Regen und Schweiß damit kein Problem dar. Auch die Wavell 3 Pro besitzen eine IPX5-Klassifizierung.
Die Ohrhörer tragen sich angenehm und fühlen sich wie andere komfortable In-Ears an. Wer mit dieser Bauform normalerweise gut zurechtkommt, dürfte auch mit den Wavell 4 Pro keine Komfortprobleme haben.
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Mit drei Mikrofonen pro Ohrhörer liefern die Wavell 4 Pro eine klar ordentliche Gesprächsqualität, die gut zu leistungsfähigen In-Ears aus dem Einstiegssegment passt. Beim Joggen oder Radfahren dringen Windgeräusche in das Gespräch ein, für diese Klasse bleibt das aber akzeptabel. Gespräche sind weiterhin problemlos möglich.
Das aktive Noise Cancelling gehört zu den überzeugendsten Eigenschaften der Wavell 4 Pro. Flaggschiffniveau erreichen sie zwar bei Weitem nicht, doch innerhalb ihrer Preisklasse schneiden sie gut ab und schlagen mehrere direkte Konkurrenten. Tiefe Frequenzen werden effektiv reduziert, und selbst bei höheren Frequenzen gelingt die Geräuschunterdrückung besser als bei vielen anderen Modellen.
Im Vergleich mit teureren Modellen bekannterer Hersteller bleibt allerdings ein klarer Klassenunterschied. Diese reduzieren Umgebungsgeräusche über das gesamte Frequenzspektrum insgesamt wirkungsvoller.
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Mit einigen Funktionen direkt an den Ohrhörern und weiteren Optionen in der Wavell-Connect-App – erhältlich im App Store und bei Google Play – gibt es hier einiges durchzugehen.
Beginnen wir mit den Ohrhörern selbst. Wie bereits erwähnt, setzt Wavell auch bei den 4 Pro auf Touchsteuerung. Sie ist sehr ähnlich wie beim Vorgänger Wavell 3 Pro aufgebaut und funktioniert leider auch ungefähr genauso „gut“.
Die Touchsteuerung reagiert nicht besonders zuverlässig. Während des Tests kam es mehrfach vor, dass zwei oder drei Berührungen nur als eine erkannt wurden. Wenn ich beispielsweise pausieren oder den Titel wechseln wollte, wurde stattdessen die Lautstärke erhöht. Auf Dauer kann das ziemlich frustrierend werden.
Auch „Wear Detection“ arbeitet leider nicht optimal. Die Funktion soll die Wiedergabe pausieren, sobald ein Ohrhörer aus dem Ohr genommen wird. In unserem Test funktionierte das ungefähr in zwei von drei Fällen. Damit ist die Zuverlässigkeit zu gering, um die Funktion wirklich sinnvoll zu nutzen. Glücklicherweise lässt sie sich in der Wavell-Connect-App deaktivieren, was ich schließlich auch getan habe. Fairerweise muss man hinzufügen, dass die Wear Detection der Wavell 4 Pro nicht zwangsläufig schlechter ist als bei anderen In-Ears dieser Preisklasse. Viele Hersteller scheinen weiterhin Schwierigkeiten zu haben, diese Funktion wirklich zuverlässig umzusetzen.
In der Wavell-Connect-App stehen zahlreiche weitere Funktionen zur Verfügung. Das größte Problem ist allerdings, überhaupt zuverlässig eine Verbindung zu den Ohrhörern herzustellen. Bei mehr als der Hälfte meiner Versuche zeigte die App sinngemäß zunächst „Suche … stelle sicher, dass die Kopfhörer eingeschaltet sind“ und anschließend „Kopfhörer nicht gefunden? Bluetooth neu starten“. Das erinnerte stark an meinen Test der Wavell 3 Pro vor zwei Jahren – offenbar besteht dasselbe Problem weiterhin. Meist hilft ein Neustart von Bluetooth, doch auch das wird lästig, wenn man den EQ gern an unterschiedliche Songs oder Genres anpasst.
Ist die Verbindung hergestellt, zeigt die Startseite eine Abbildung der Kopfhörer und den Akkustand jedes Ohrhörers.
Durch Wischen nach rechts gelangt man zum Bereich „Sound“. Dort stehen sieben EQ-Presets zur Verfügung: „Spatial Audio“, „Signature“, „Pop“, „Bass“, „Rock“, „Soft“ und „Classic“. Zusätzlich gibt es „Custom“, mit dem ein eigener 10-Band-EQ eingestellt werden kann.
Unterhalb des Equalizers befinden sich die ANC-Einstellungen. Hier kann zwischen „ANC“, „Transparency“ und „Normal“ gewählt werden. ANC aktiviert die Geräuschunterdrückung, Transparency lässt Umgebungsgeräusche durch und Normal arbeitet ohne Noise Cancelling oder Transparenzmodus.
Eine etwas ungewöhnliche, aber praktische Funktion ist die Links-Rechts-Balance. Sie könnte beispielsweise für Nutzer hilfreich sein, die auf einem Ohr schlechter hören.
Die letzte Registerkarte heißt „Settings“. Hier lässt sich festlegen, welche Funktionen durch ein, zwei oder drei Berührungen ausgelöst werden. Zur Auswahl stehen Wiedergabe/Pause, vorheriger Titel, nächster Titel, Sprachassistent, Lautstärke+, Lautstärke-, Gaming-Modus und ANC.
Weitere erwähnenswerte Funktionen sind ein Sleep Timer von 15 bis 90 Minuten, die Möglichkeit, Wear Detection zu deaktivieren, sowie „High Resolution“. Einen klar hörbaren Unterschied bei aktiviertem High Resolution konnte ich allerdings nicht feststellen.
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Die Akkulaufzeit wird mit bis zu 8,5 Stunden ohne aktives Noise Cancelling und 7,5 Stunden mit ANC angegeben. Zusammen mit dem Ladecase sollen 34 Stunden ohne ANC beziehungsweise 30 Stunden mit ANC möglich sein. Nach meinen Tests stimmen diese Angaben relativ gut mit der tatsächlichen Laufzeit überein, auch wenn sie möglicherweise etwas optimistisch sind. Eine realistische Laufzeit ohne ANC liegt aus meiner Sicht bei etwa 7 bis 8 Stunden.
Gegenüber dem Vorgänger Wavell 3 Pro entspricht das ungefähr einer Stunde mehr Laufzeit mit den Ohrhörern und rund fünf zusätzlichen Stunden über das Ladecase. Im Vergleich mit anderen Herstellern liegt die Akkulaufzeit ziemlich genau auf dem Niveau der meisten populären Modelle am Markt.
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Der Klang der Wavell 4 Pro ist gegenüber den Wavell 3 Pro klar verbessert, dennoch gibt es viele Gemeinsamkeiten zwischen beiden Modellen. Ob das positiv ist, lässt sich diskutieren.
Die einzelnen Frequenzbereiche klingen relativ sauber und der Bass besitzt eine ordentliche Tiefe. Was den Wavell 4 Pro jedoch fehlt, sind vor allem Separation und räumliche Tiefe. Wer sich nicht zur audiophilen Zielgruppe zählt und mit einem einfach ordentlichen Klang zufrieden ist, dessen Erwartungen werden die Wavell 4 Pro mehr als erfüllen.
Erst bei genauerer Analyse wird deutlich, dass die Wavell 4 Pro nicht an einige Konkurrenten derselben Preisklasse herankommen, die klanglich deutlich stärker sind. Besonders auffällig ist, wie „okay“ das Klangbild insgesamt wirkt. Es ist weder energisch noch lebendig oder tief, aber wer nicht anspruchsvoll ist, bekommt einen völlig okayen Klang.
Für die Klangtests nutze ich wie gewohnt unsere festen Testtitel. Mein bevorzugtes EQ-Preset ist „Signature“, das deshalb während der gesamten Analyse aktiviert blieb. Der erste Titel ist „15 Step“ von Radiohead. Schon im Intro fällt auf, wie flach die räumliche Darstellung wirkt – Instrumente und Stimme scheinen vom selben Punkt zu kommen. Die Frequenzbereiche selbst klingen allerdings ordentlich. Der Bass besitzt brauchbare Tiefe, Kickdrum und E-Bass wirken überraschend kontrolliert und natürlich. Die Stimme klingt ausgewogen, allerdings etwas schlank und zurückhaltend. In den Höhen klingt die Hi-Hat mit etwas Resonanz, neigt aber leicht zur Schärfe. Die Snare wirkt ordentlich, wenn auch etwas zurückgenommen.
Der zweite Titel ist „Wouldn’t Have It Any Other Way“ von The Streets. Hier wird klarer, dass die Höhen deutlich zur Schärfe neigen. Bei jedem Snare-Schlag zuckt man zusammen; selbst bei niedrigeren Lautstärken kann das unangenehm werden. Gerade dieser Song deckt solche Schwächen sehr gut auf. Die übrigen Frequenzbereiche klingen besser. Der Bass ist voll und stabil, allerdings fehlt weiterhin Breite im Klangbild. Auch die Stimme klingt gut und besitzt einen brauchbaren Dynamikumfang mit mehreren hörbaren Ebenen. Das Klavier klingt ordentlich, liegt jedoch zu weit im Hintergrund und hätte mehr Raum verdient.
Der letzte Titel ist „I’m Not The Only One“ von Sam Smith. Dieser Song ist grundsätzlich relativ gutmütig zu Kopfhörern. Wenn ein Modell hier nicht wenigstens ordentlich klingt, ist das ein schlechtes Zeichen. Erfreulicherweise schneiden die Wavell 4 Pro bei diesem Titel mehr als akzeptabel ab. Der Bass klingt trotz einer leicht überbetonten Abstimmung gut, sowohl E-Bass als auch Kickdrum reichen etwas zu tief. Die Stimme besitzt Nuancen, wirkt aber etwas flach. Das Klavier bekommt ausreichend Raum. Snare und Becken klingen ordentlich, allerdings fehlt der Snare fast vollständig die Resonanz, die man hier normalerweise hört. Spätestens wenn die Streicher in der Mitte des Songs deutlich einsetzen, zeigt sich erneut, wie flach die räumliche Darstellung bleibt. Normalerweise entsteht hier ein großer, emotionaler Klangmoment. Bei den Wavell 4 Pro bleiben die Streicher dagegen eher im Hintergrund und bekommen nicht den Raum, den sie verdienen.
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Wavell ist einer von vielen Herstellern, die in einem Markt Fuß fassen möchten, der mit günstigen und häufig durchaus guten In-Ear-Kopfhörern überschwemmt ist. Mit den Wavell 4 Pro macht die Marke gegenüber den Wavell 3 Pro einen Schritt nach vorn: Der Klang ist besser, das Noise Cancelling wurde verbessert und auch die Akkulaufzeit fällt etwas länger aus. Wenn die Wahl ausschließlich zwischen Wavell 4 Pro und Wavell 3 Pro steht, sind die 4 Pro eindeutig die bessere Wahl. Bei einem Preisunterschied von nur etwa 10 Euro sind die Wavell 4 Pro für mich ein No-Brainer.
Betrachtet man dagegen den gesamten Markt in derselben Preisklasse und sogar einige Modelle, die einige Dutzend Euro günstiger sind, gibt es viele starke Alternativen mit vor allem besserer Klangqualität. Ein Modell, das mir bei jedem Test erneut als unglaublich preiswert auffällt, ist SUPRAs NERO-TX PRO 2nd Gen. Er kostet rund 20 Euro weniger und bietet längere Akkulaufzeit, einfachere Bedienung mit physischen Tasten und vor allem besseren Klang.
Damit bleiben die Wavell 4 Pro wirklich „ganz okay“ – und genau das ist gleichzeitig ihr größtes Problem. Würden sie etwa 45 bis 55 Euro weniger kosten, wären sie eine klare Empfehlung. Beim aktuellen Preis von rund 140 Euro bleibt sie dagegen aus. Wavell bietet allerdings regelmäßig Rabatte an. Zu einem attraktiveren Angebotspreis können die Wavell 4 Pro ein klarer Kauftipp sein.
Test veröffentlicht: Juni 2026
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