Von TheSoundlabs, zuletzt aktualisiert am 2. Juli 2026
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Die Wavell 4 Signature liefern kräftigen Bass und Funktionen auf gehobenem Einstiegsniveau. Wer vor allem Komfort und starken Bass sucht, kann hier richtig liegen – besonders dann, wenn Wavell sie deutlich reduziert anbietet.
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Wavell ist ein dänischer Hersteller, der sich über soziale Medien und zahlreiche positive Tests eine große Anhängerschaft in Dänemark aufgebaut hat und seit 2025 auch über die Landesgrenzen hinaus expandiert. Mit einem breiten Sortiment aus In-Ear-, Over-Ear- und Open-Ear-Kopfhörern spricht die Marke offenbar vor allem Nutzer an, die Kopfhörer mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis im mittleren Preissegment suchen.
Wir bei TheSoundlabs haben vor Kurzem die Redmi Headphones Neo getestet. Dabei handelt es sich um günstige Over-Ear-Kopfhörer mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis aus dem Einstiegssegment, die sich überraschend gut mit den Wavell 4 Signature vergleichen lassen. Da die 4 Signature zum Zeitpunkt unseres Tests mehr als doppelt so viel kosten wie die Headphones Neo, könnte man eigentlich erwarten, dass ein Vergleich mit Over-Ears aus der Mittelklasse naheliegender wäre.
Wie diese Einleitung bereits vermuten lässt, haben uns die Wavell 4 Signature nicht überzeugt. Alle unsere Tests sind unabhängig, und sämtliche Bewertungen spiegeln unsere eigenen Eindrücke vom jeweiligen Produkt wider.
Vollständig abschreiben würden wir die Wavell 4 Signature trotzdem nicht. Einige Aspekte liegen durchaus auf dem Niveau, das der Preis erwarten lässt – nur eben nicht alle.
Weiterlesen und erfahren, was den Preis rechtfertigen kann und was nicht.
Mit einem Preis von rund 170 Euro bewegen sich die Wavell 4 Signature im unteren Bereich der Mittelklasse. Gleichzeitig sind sie das einzige Over-Ear-Modell, das Wavell für Erwachsene anbietet. Daneben gibt es noch die Wavell Junior für Kinder.
Auf dem Gesamtmarkt finden sich in dieser Preisklasse unter anderem die viel gelobten Nothing Headphones (a), die vor allem für ihr Preis-Leistungs-Verhältnis gelobt werden und bei Klang, Akkulaufzeit und Noise Cancelling mit Kopfhörern der Spitzenklasse konkurrieren. Vom Preisniveau der Wavell 4 Signature ist es außerdem kein riesiger Schritt zu einigen Modellen, die die Branche über Jahre geprägt haben, darunter die Bose QuietComfort und die Sony WH-1000XM5.
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Die Wavell 4 Signature kommen in einer aufwendig wirkenden Verpackung, die zunächst einen exklusiven Eindruck vermittelt. Sobald man die Kopfhörer herausnimmt, wirken sie allerdings recht kunststofflastig und erreichen nicht ganz das Niveau, das wir im Mittelklassesegment erwarten. Das einzige Metallteil, das mit bloßem Auge klar erkennbar ist, befindet sich in der Verstärkung des Kopfbügels. Hier hätten wir uns mehr Metallakzente gewünscht, um einen solideren Eindruck zu erzeugen. Bereits an dieser Stelle drängt sich der Vergleich mit den Redmi Headphones Neo auf, deren Ohrmuscheln aus Aluminium bestehen und dadurch einen solideren und hochwertigeren ersten Eindruck vermitteln.
Ein weiteres Detail ließ uns an der Qualitätskontrolle zweifeln: Bei einer Ohrmuschel ragte sichtbar zu viel Stoff unter dem Polster hervor. Bei einem größeren Hersteller wäre so etwas höchstwahrscheinlich nicht durch die Qualitätskontrolle gegangen. Ansonsten lassen sich die Ohrmuscheln nach innen zum Kopfbügel einklappen und um 90 Grad drehen, wodurch sich die Kopfhörer gut auf Reisen verstauen lassen. Ein Case oder Beutel wird nicht mitgeliefert. Wer möchte, kann separat das 4 Signature Travel Case kaufen, das hochwertig wirkt.
Sämtliche Anschlüsse, Tasten und Bedienelemente befinden sich an der rechten Ohrmuschel. Es gibt vier physische Tasten: Ein/Aus, Plus, Minus und ANC. Drei davon lassen sich in der Wavell-Connect-App neu belegen. Dass Wavell auf physische Tasten statt Touchsteuerung setzt, ist aus unserer Sicht ein klarer Pluspunkt. Zusätzlich gibt es zwei Anschlüsse: eine 3,5-mm-Audiobuchse, über die auch bei leerem Akku weitergehört werden kann, sowie USB-C. Über USB-C ist allerdings keine Audioübertragung möglich.
Insgesamt sitzen sechs Mikrofone an den Kopfhörern. Fünf davon scheinen hauptsächlich für das aktive Noise Cancelling zuständig zu sein, während das Mikrofon an der Unterseite der rechten Ohrmuschel vor allem für Gespräche genutzt wird.
Auf der Waage kommen die Wavell 4 Signature auf 232 Gramm. Das ist einer der Vorteile der überwiegend aus Kunststoff bestehenden Konstruktion: Das Gewicht bleibt niedrig. Der Tragekomfort ist entsprechend hoch. Der Anpressdruck ist gut abgestimmt und verursacht auch bei einem größeren Kopf keinen unangenehmen Druck. Die Ohrpolster sind groß genug für die meisten Ohren und weich genug, um auch über längere Zeit bequem zu bleiben. Auch mit Brille sind sie genauso bequem.
Die Oberseite des Kopfbügels ist ebenfalls weich gepolstert und bleibt auch bei längerer Nutzung angenehm. Im direkten Vergleich mit den Redmi Headphones Neo gewinnen die Wavell 4 Signature beim Komfort, besonders über längere Zeit.
Die Kopfhörer sind nicht gegen Schweiß oder Wasser geschützt und besitzen keine IP-Zertifizierung. Bei schweißtreibendem Training sollte man deshalb entsprechend vorsichtig sein.
Zum Abschluss noch ein Blick unter die Haube: Für die Audiowiedergabe kommen dynamische 40-mm-Treiber zum Einsatz. Der Frequenzbereich ist mit 20 Hz bis 20 kHz angegeben.
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Wir haben die Wavell 4 Signature in unterschiedlichen Umgebungen getestet, um herauszufinden, ob die Gesprächsqualität unabhängig von den Bedingungen stabil bleibt. Unser Fazit: Sie lassen sich praktisch überall nutzen, selbst in den absolut lautesten Umgebungen. In den schwierigsten Situationen dringt zwar etwas Umgebungslärm in das Gespräch, bleibt aber auf einem Niveau, bei dem die Gegenseite uns weiterhin gut versteht. Auch Wind ist hörbar, wird aber nie so dominant, dass ein Gespräch nicht mehr möglich wäre. Die Mikrofonqualität ist insgesamt ordentlich, allerdings klingt die Stimme etwas dünn und wenig körperhaft.
Das aktive Noise Cancelling würden wir ungefähr auf Einstiegsniveau einordnen. Bei aktiviertem ANC dringen teilweise Windgeräusche durch. Möglich ist, dass einige höhere Frequenzen etwas besser reduziert werden als bei manchen günstigeren Kopfhörern, die wir getestet haben.
Das Noise Cancelling ist damit akzeptabel, erreicht aber nicht das Niveau, das wir von Kopfhörern erwarten, die regulär knapp 180 Euro kosten.
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Die Wavell 4 Signature bieten einige Funktionen – sowohl über die vier physischen Tasten an der rechten Ohrmuschel als auch über die Wavell-Connect-App, die bei Google Play und im App Store erhältlich ist.
Ab Werk steuern die Tasten Lautstärke hoch, Lautstärke runter, Ein/Aus sowie ANC. Drei der Tasten lassen sich in der App neu belegen. Die Lautstärketasten unterstützen nur einfachen Druck, während die ANC-Taste Einfach-, Doppel-, Dreifach- und Vierfachdruck unterstützt. Zur Auswahl stehen Wiedergabe/Pause, vorheriger Titel, nächster Titel, Sprachassistent, Lautstärke+, Lautstärke-, Gaming-Modus und ANC.
Beim Öffnen der App landet man zunächst auf der Statusseite, auf der Kopfhörer und Akkustand angezeigt werden.
Durch Wischen nach rechts gelangt man zur Registerkarte „Sound“. Hier stehen sieben EQ-Presets zur Auswahl: „Spatial Audio“, „Signature“, „Pop“, „Bass“, „Rock“, „Soft“ und „Classic“ sowie die Option „Custom“. Unter „Custom“ lässt sich der aktuell ausgewählte EQ über zehn Bänder anpassen.
Unterhalb des Equalizers befinden sich die ANC-Einstellungen. Zur Auswahl stehen ANC, Awareness und Normal. Das aktive Noise Cancelling kann zusätzlich zwischen Adaptive, Low, Medium, Max und Outdoor abgestuft werden.
Am unteren Ende der Seite lässt sich die Links-Rechts-Balance einstellen, falls auf einer Seite mehr Lautstärke gewünscht ist.
Die letzte Registerkarte heißt „Settings“. Dort lassen sich neben der Tastenbelegung unter anderem Sprachlautstärke und Sleep Timer einstellen sowie „High Resolution“ für eine höhere Wiedergabequalität aktivieren.
Für einen Kopfhörer, der preislich in Richtung Mittelklasse zielt, hätten wir mehr erwartet. Die meisten Funktionen der Wavell 4 Signature sind inzwischen auch bei zahlreichen Modellen aus dem Einstiegssegment üblich.
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Laut Wavell erreichen die 4 Signature bis zu 55 Stunden ohne ANC und 40 Stunden mit aktiviertem Noise Cancelling. Unsere Tests sprechen dafür, dass diese Angaben mehr als realistisch sind. Wir haben die Kopfhörer rund 15 Stunden aktiv genutzt, ohne unter 80 Prozent Akkustand zu fallen. Den Großteil unserer Tests führten wir allerdings ohne ANC durch. 55 Stunden halten wir deshalb für mehr als plausibel.
Im Vergleich mit Konkurrenten schneiden die Wavell 4 Signature gut ab. Modelle von Sony in derselben Preisklasse erreichen häufig etwa 24 bis 30 Stunden, während Bose bei rund 24 Stunden liegt.
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Beim Klang beginnt das Gesamtbild leider zu kippen – vor allem, wenn man Klangqualität und Preis direkt gegenüberstellt. Nach unserem Eindruck klingen die Wavell 4 Signature nämlich nicht besser als die zuvor erwähnten Redmi Headphones Neo, obwohl diese nur etwa halb so viel kosten. Dabei haben wir durchaus versucht, mit dem EQ das bestmögliche Klangbild herauszuholen. Was die Redmi Headphones Neo vor allem besser machen, ist die offene und klare Wiedergabe. Die Wavell 4 Signature wirken dagegen unabhängig von EQ und Musikgenre durchgehend etwas eingeengt und trüb. Besser als bei den Headphones Neo ist allerdings der Bass: Er klingt natürlicher, knackiger und klarer definiert.
Für unsere üblichen Hörtests haben wir das EQ-Preset „Signature“ verwendet, weil es aus unserer Sicht die natürlichste Abstimmung bietet.
Den Anfang macht „15 Step“ von Radiohead. Das komplexe Intro bleibt grundsätzlich gut zusammen und bietet eine akzeptable Trennung der Instrumente. Die Stimme klingt weich und etwas abgerundet, während der Bass mit gutem Punch und ordentlicher Tiefe klar am stärksten ist. Am schwierigsten haben es die Höhen. Snare und Becken lassen sich zwar erkennen, wirken aber wenig dynamisch und eingeengt. Separation, Klarheit und Dynamik fehlen in mehreren Teilen des Tracks deutlich.
Als Nächstes folgt „Wouldn’t Have It Any Other Way“ von The Streets. Der Bass ist in diesem Stück von Natur aus tief und dröhnend – und genau so stellen ihn die 4 Signature dar. Er besitzt die richtige Tiefe und bleibt gleichzeitig kontrolliert und geschmeidig. Die Stimmen wirken relativ natürlich, ihnen fehlen jedoch Dynamik und Tiefe; teilweise klingen sie leicht nasal. Das Klavier, das normalerweise einen klaren Platz im Mix besitzt, wird hier sowohl von den Stimmen als auch vom Bass überdeckt und wirkt dadurch flach und eingeengt. Becken und Triangel sind kaum aus dem Gesamtbild herauszuhören, während die Snare immerhin relativ natürlich klingt.
Der letzte Titel ist „I’m Not The Only One“ von Sam Smith. Hier wirkt das Klangbild am stärksten getrübt und insgesamt komprimiert. Der Bass besitzt einen guten Anschlag und ausreichend Tiefe. Die Stimme, die normalerweise sehr emotional wirkt, klingt hier flach und völlig ohne Tiefe, besitzt aber etwas Resonanz. Auch das Klavier bekommt zu wenig Raum und wird von Bass und Stimme überlagert. Vor allem die höheren Register kommen nicht richtig durch. Das große Streicher-Zwischenspiel verliert sowohl Tiefe als auch Dynamik – die grandiose Wirkung bleibt schlicht vollständig aus. Die Snare besitzt in diesem Stück normalerweise eine klar erkennbare Resonanz, bei den Wavell 4 Signature ist davon allerdings nur wenig übrig.
Der Klang ist damit die größte Enttäuschung der Wavell 4 Signature. Wer vor allem kräftigen Bass sucht und andere Frequenzbereiche deutlich niedriger priorisiert, kann mit ihnen trotzdem zufrieden sein. Wer dagegen einen wirklich guten Klang erwartet, der dem regulären Preis entspricht, wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit enttäuscht sein.
Bei einem Preis von etwa 55 bis 70 Euro hätten wir die Klangqualität kaum kritisiert. In Kombination mit dem deutlich höheren regulären Preis fällt sie jedoch klar negativ auf.
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Nach den vielen positiven Tests in Schweden und Dänemark waren unsere Erwartungen möglicherweise etwas zu hoch. Allerdings suggerierte auch der reguläre Preis von rund 170 Euro einen Kopfhörer, der auf Mittelklasseniveau spielen sollte und entsprechend bewertet werden muss. Genau deshalb fällt die Enttäuschung größer aus, wenn die Wavell 4 Signature unserer Ansicht nach in vielen Bereichen Einstiegsniveau erreichen.
Der Klang liegt klar auf Einstiegsniveau. Vor allem Tiefe, Breite und Dynamik fehlen. Wer möglichst viel Bass möchte und den übrigen Frequenzbereichen wenig Bedeutung beimisst, kann die Wavell 4 Signature definitiv zu schätzen wissen.
Auch die Funktionen bewegen sich inzwischen auf Einstiegsniveau. Was vor einigen Jahren noch als Premium galt – etwa eine eigene Smartphone-App – ist heute selbst im oberen Einstiegssegment weitgehend Standard. Sogar das aktive Noise Cancelling schneidet nicht besser ab als bei mehreren von uns getesteten Kopfhörern, die wir dem Einstiegssegment zuordnen.
Am stärksten positiv fällt die Akkulaufzeit auf. Hier schlagen die Wavell 4 Signature viele andere Hersteller unabhängig von der Preisklasse.
Wavell bietet auf der eigenen Website allerdings regelmäßig hohe Rabatte. Zum Zeitpunkt unseres Tests waren die Wavell 4 Signature für rund 90 Euro erhältlich. Zusätzlich gab es ein weiteres Jahr Garantie und ein Paar zusätzliche Ohrpolster aus italienischem Alcantara.
Zu diesem Preis wirken die Wavell 4 Signature deutlich attraktiver und können wesentlich passender mit Over-Ear-Kopfhörern aus dem oberen Einstiegssegment konkurrieren.
Test veröffentlicht: Juli 2026
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