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CMF Clip Pro Test

In einem hart umkämpften Markt bietet CMF by Nothing Open-Ear-Kopfhörer im Clip-on-Design, die sich sowohl mit Huawei als auch mit Shokz gut messen können – und das zu einem deutlich niedrigeren Preis.

Von TheSoundlabs, zuletzt aktualisiert am 1. September 2026

Hellgraue CMF Clip Pro mit dem Ladecase im Hintergrund auf einer grauen Betonbarriere

Bild: © TheSoundlabs

Soundlabs-Maskottchen in Form eines fröhlichen Affen mit Kopfhörern, der das Soundlabs-Symbol und ein Schild „Soundlabs empfiehlt“ hält
CMF Clip Pro
CMF Clip Pro
4,4/5

Für unter 90 Euro bekommst du Open-Ear-Kopfhörer mit gutem Klang, Komfort und solider Verarbeitungsqualität. Solange du nicht erwartest, dass sie deine künftigen Kopfhörer für Telefonate sein werden, sind sie eine klare Empfehlung.

Klangqualität 4,1/5
Komfort 4,5/5
Verarbeitungsqualität 4,2/5
Funktionen 4,1/5
Preis-Leistungs-Verhältnis 5,0/5

Vorteile

  • Viel Klang fürs Geld
  • Smart Dial ist eine überraschend nützliche Funktion
  • Physische Tasten
  • Hervorragend zum Laufen und für andere Outdoor-Aktivitäten geeignet, bei denen man die Umgebung im Blick behalten möchte

Nachteile

  • Weniger gut für Telefonate geeignet
  • Wenige Funktionen über die App

Einleitung

Hellgraue CMF Clip Pro auf braunem Moos

Bild: © TheSoundlabs

Nun hat es endlich auch Nothing getan – Nothing, der Hersteller hinter der Marke CMF, hat Clip-on-Kopfhörer entwickelt, wie sie in den vergangenen Jahren auch viele andere Hersteller entwickelt haben. Das sind allerdings nicht Nothings erste Open-Ear-Kopfhörer. Bereits 2024 brachte Nothing seine Ear (open) auf den Markt, die mit einem Bügel über dem Ohr befestigt wurden. Die CMF Clip Pro haben, wie der Name andeutet, eine andere Konstruktion, bei der sie nun um das Ohr „geclippt“ werden, um an ihrem Platz zu bleiben.

Das Einzigartige an den CMF Clip Pro sind jedoch nicht die Kopfhörer selbst, sondern tatsächlich das Ladecase mit „Smart Dial Controls“, das die größte Aufmerksamkeit auf sich zieht. Mit dem klickbaren Scrollrad auf der Oberseite des Cases lässt sich nämlich allerhand steuern, wodurch das Case auch als Fernbedienung dienen kann. Ob das eine praktische Funktion oder eher ein Gimmick ist, gehen wir weiter unten genauer durch.

Wie funktionieren die CMF Clip Pro also in der Praxis? Sind sie auch über längere Zeit bequem? Wie ist der Klang? Der Klang ist bekanntlich oft problematisch, wenn die Lautsprechertreiber nicht in direktem Kontakt mit der Ohrmuschel sitzen, und wie gut ist die Gesprächsqualität?

All das und vieles mehr klären wir in diesem Test, um herauszufinden, ob die CMF Clip Pro das richtige Modell für dich sein können, wenn du auf der Suche nach einem preiswerten Clip-on-Modell bist.

Preis

  • Etwa halb so teuer wie die größten Konkurrenten
  • Gleiche Preisklasse wie Soundcore C50i

CMF Clip Pro kommt in Europa erst am 15. September auf den Markt. Der empfohlene Preis wird dann bei 89 Euro liegen. Mit diesem Preis konkurrieren sie gut mit vielen anderen Herstellern, die auf dem Markt für Open-Ear-Kopfhörer mit Clip-on-Funktion Fuß fassen wollen.

Die größten Konkurrenten sind offenbar Huawei mit den FreeClip 2, die derzeit etwa doppelt so viel wie die Clip Pro kosten, während auch Shokz mit den OpenDots ONE ein naheliegender Konkurrent ist, deren Bauweise der der Clip Pro sehr ähnlich ist. Hier kann man vermuten, dass Nothing sich während der Entwicklungsphase stark inspirieren ließ. Auch die OpenDots ONE kosten ungefähr doppelt so viel wie die CMF Clip Pro.

Wenn wir uns die Clip-ons ansehen, die wir tatsächlich getestet haben, liegt der Soundcore C50i nahe. Die C50i wurden auf demselben Preisniveau wie die Clip Pro eingeführt, sind inzwischen aber im Angebot für nur etwa 54 Euro erhältlich.

Verarbeitungsqualität, Design und Komfort

  • Das Ladecase hat eine schicke, mattweiße Oberfläche
  • Hervorragend für Läufer und Spaziergänger geeignet
  • Physische Tasten sind immer willkommen
  • Verträgt Schweiß und Regen problemlos

Video: © TheSoundlabs

Wie bereits erwähnt, scheint sich Nothing beim Design der Clip Pro von anderen Herstellern inspirieren lassen zu haben. Jeder Kopfhörer besteht aus einem größeren Zylinder, der hinter dem Ohr platziert wird und 18 x 12 mm misst. Der Zylinder enthält unter anderem den Akku, ein Mikrofon und eine physische Taste auf der Oberseite, die zusätzlich geriffelt ist, damit sie sich leicht ertasten und bedienen lässt. Die physischen Tasten sind eine klare Stärke der CMF Clip Pro: Sie lassen sich einfach bedienen und Fehleingaben sind nahezu unmöglich.

Der vordere Teil des Kopfhörers besteht aus einer Kugel mit einem Durchmesser von 14 mm. Darin befindet sich der 10,8 mm große dynamische Treiber mit einem Frequenzbereich von 20 Hz bis 40 kHz sowie zwei Mikrofone. Zylinder und Kugel werden durch eine C-förmige Brücke zusammengehalten, die aus einem Kern aus elastischem Titandraht besteht. Dadurch können die beiden Komponenten auf den jeweiligen Seiten des Ohrs gegeneinander gedrückt werden.

Jeder Kopfhörer wiegt 5,9 Gramm, also 0,8 Gramm mehr als der Huawei FreeClip 2, gleichzeitig aber 0,6 Gramm weniger als die Shokz OpenDots ONE.

Die Kopfhörer wirken relativ schlicht und vermitteln keinen besonders exklusiven Eindruck. Trotzdem fühlen sie sich weder billig an noch so, als würden sie nach einiger Zeit der Nutzung kaputtgehen.

Beim Ladecase sieht es dagegen anders aus: Es vermittelt einen etwas hochwertigeren und exklusiveren Eindruck. Das liegt zu einem großen Teil daran, dass der Kunststoff matt ist und ein modernes Design besitzt. Auch das silberfarbene Scrollrad auf der Oberseite des Cases verstärkt den exklusiven Eindruck, wobei sowohl Klick als auch Scrollen genau das richtige Gefühl vermitteln. Beim Öffnen und Schließen des Cases fühlt sich auch die federnde Mechanik des Scharniers genau richtig an, wobei jede Endposition sicher einrastet. Das Case misst 50 x 53 x 27 mm und wiegt ohne Kopfhörer 38,8 Gramm. Es ist kein Case, das in der Hand „verschwindet“, gleichzeitig aber auch nicht so groß, dass es unangenehm wird, wenn man es in der Tasche trägt.

Wir haben einige Aussagen gelesen, denen zufolge das Laden der Kopfhörer im Case etwas knifflig sein soll. Das können wir überhaupt nicht nachvollziehen. Klar, beim ersten Mal wussten wir kaum, was nach innen und was nach außen zeigen sollte. Sobald wir aber verstanden hatten, dass die C-Brücke nach innen und die beiden „Klumpen“, aus denen die Kopfhörer bestehen, nach außen zeigen müssen, gab es überhaupt keine Probleme, die Kopfhörer richtig zum Laden einzusetzen. Das Case zieht sogar den richtigen Kopfhörer in das richtige Fach. Wenn man also versehentlich den falschen Kopfhörer in das falsche Fach setzt, merkt man es sofort, weil das Case den Kopfhörer dann nicht anzieht.

Beim Komfort hat sich dagegen gezeigt, dass die Kopfhörer etwas die Geister scheiden. Manche können stundenlang mit ihnen unterwegs sein und sie beinahe vergessen, während andere die Anpresskraft der C-Brücke etwas zu hoch finden, wodurch nach einiger Zeit ein gewisses Unbehagen entstehen kann. Das Unbehagen ist allerdings nicht so groß, dass man sie nicht weiter benutzen könnte. Es reicht, sie etwas zurechtzurücken und die Position leicht zu verändern, damit sie sich wieder bequem anfühlen.

Wer normalerweise Schwierigkeiten mit In-Ear-Kopfhörern hat, könnte mit den CMF Clip Pro durchaus fündig werden. Die Clip-on-Konstruktion scheint vor allem für genau diese Zielgruppe entwickelt worden zu sein. Viele werden die CMF Clip Pro wahrscheinlich beim Laufen verwenden wollen; dafür sind sie mehr oder weniger optimal. Sie sitzen sicher an ihrem Platz, selbst wenn man den Kopf kräftig schüttelt. Für ein Telefongespräch während des Laufens können wir sie allerdings nicht empfehlen. Mehr dazu liest du weiter unten, wenn wir die Gesprächsqualität testen.

Zum Schluss verfügen die CMF Clip Pro über eine IP54-Klassifizierung. Diese gilt allerdings nur für die Kopfhörer, das Ladecase sollte immer trocken gehalten werden. IP54 bedeutet, dass die Kopfhörer vollständig gegen Staub geschützt sind und Spritzwasser standhalten. Mit anderen Worten: Schweiß und starker Regen sind überhaupt kein Problem. Wer die Kopfhörer im Fitnessstudio oder bei einer anderen schweißtreibenden Aktivität verwenden möchte, kann also ganz beruhigt sein.

Gesprächsqualität

  • Die Gesprächsqualität lässt zu wünschen übrig
Hellgraue CMF Clip Pro auf einem hellblauen Kunststein

Bild: © TheSoundlabs

Erst bei der Gesprächsqualität der Mikrofone stoßen wir auf den ersten und im Grunde einzigen Schwachpunkt der CMF Clip Pro. Hier klingt die Stimme selbst unter optimalen Bedingungen deutlich blechern.

Im Freien wird viel Windgeräusch aufgenommen, wodurch es beispielsweise beim Laufen schwierig sein kann, ein Telefongespräch zu führen. Es ist durchaus möglich, aber man muss darauf gefasst sein, lauter zu sprechen.

Wir testen alle Kopfhörer außerdem in einer sehr lauten Umgebung (100 dB+). In einer solchen Umgebung haben die CMF Clip Pro Schwierigkeiten, das Gesprochene aufzunehmen. Zum blechernen Klang kommt Verzerrung hinzu, sodass man sehr laut sprechen muss, damit die andere Person einen versteht.

Wer die CMF Clip Pro häufig für Telefongespräche verwenden möchte, sollte sich anderweitig umsehen. Ein paar Gespräche unter guten Bedingungen sind allerdings kein Problem.

Funktionen

  • Die reaktionsschnellen, geriffelten Tasten an den Kopfhörern machen die Bedienung einfach
  • Überraschend nützliches Ladecase, das auch als Fernbedienung funktioniert
  • Fünf voreingestellte EQs und ein eigener EQ
  • Dank des lauten Tons der Kopfhörer ist „Meine Ohrhörer finden“ eine gute Funktion
Hellgraue CMF Clip Pro auf einem dunkelblauen Kunststein platziert

Bild: © TheSoundlabs

Bei den Funktionen gibt es überraschend viel zu besprechen, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich um ein Produkt für unter 90 Euro handelt. Sowohl die mobile App als auch die physischen Tasten bieten viele Funktionen. Dass das Ladecase zusätzlich als Fernbedienung funktioniert, ist ein zusätzlicher Bonus, der zudem nützlicher ist, als wir zunächst dachten.

Beginnen wir mit den physischen Tasten an den Kopfhörern. Jeder Kopfhörer besitzt auf der Oberseite eine stark geriffelte physische Taste. Jede Taste bietet je nach Kombination fünf verschiedene Funktionen. Die Kombinationen sind: einmal drücken, zweimal drücken, dreimal drücken, drücken und halten sowie zweimal drücken und halten. Alle Funktionen außer dem einfachen Druck lassen sich in der Nothing-X-App steuern. Zur Auswahl stehen: zurückspringen, vorspringen, Sprachassistent, Lautstärke erhöhen und Lautstärke verringern. Ein einfacher Druck steuert „Wiedergabe/Pause“ und „Anruf annehmen/beenden“.
Die physischen Tasten funktionieren sehr gut, die Klicks fühlen sich sehr reaktionsschnell an und es besteht nie Zweifel daran, ob ein Tastendruck registriert wurde oder nicht.

Auch das Ladecase besitzt auf der Oberseite eine physische Taste, die Nothing „Smart Dial“ oder „Smart-Zifferblatt“ nennt. Die Taste hat einen Durchmesser von 26 mm und kann sowohl gedreht als auch gedrückt werden. Beim Drehen gibt es deutliche Klicks, ebenso beim Drücken. Auch die Funktionen des Smart Dial lassen sich in der Nothing-X-App steuern. Die möglichen Befehle sind: drehen, einmal drücken, zweimal drücken, dreimal drücken, drücken und halten sowie zweimal drücken und halten. Durch Drehen der Taste steuert man die Lautstärke, zweimal drücken und halten aktiviert bzw. deaktiviert Smart Dial. Die übrigen Tastendrücke lassen sich in der App zwischen folgenden Funktionen ändern: Wiedergabe/Pause, zum nächsten Titel springen, zurückspringen, Sprachassistent, Niedriglatenzmodus ein/aus.

Smart Dial klingt vielleicht eher nach einem Gimmick als nach einer nützlichen Funktion, aber tatsächlich ist es nicht so. Wir sind überzeugt, dass viele, die beispielsweise im Büro arbeiten, Freude am Smart Dial haben werden. Natürlich ist es ein „Luxusproblem“, das Nothing löst, indem es eine „Fernbedienung“ für die Kopfhörer anbietet, aber das Ladecase neben der Tastatur liegen zu haben, um Lautstärke, Wiedergabe/Pause und den Titelwechsel zu steuern, ist eine angenehme Ergänzung. Das können wir bestätigen, nachdem wir vor dieser Rezension eine Zeit lang mit ihnen gearbeitet haben.

Wenn wir nun zur App übergehen, kommt sie uns nach der früheren Bewertung der Nothing Ear (3a) im Sommer sehr bekannt vor. Die App ist einfach und übersichtlich, alle Einstellungen sind höchstens zwei Tippen entfernt.

Die erste Funktion, auf die man unterhalb des Akkustands in der App stößt, ist „Räumlicher Klang“, eine Funktion, die sich wie bei vielen anderen Herstellern eher wie ein Gimmick als wie eine wirklich nützliche Funktion anfühlt. Mit der aktivierten Funktion bekommt man das Gefühl, sich in einem größeren Saal zu befinden, wobei vor allem Schlagzeug in den Songs weiter nach hinten rückt und dadurch mehr Raum entsteht. Wenn man unterwegs ist, kann die Funktion jedoch sicher geschätzt werden, wenn man einen Film ansehen und ein intensiveres, räumlicheres Erlebnis haben möchte.

Die nächste Funktion ist der „Anti-Leak-Modus“, der den oberen Frequenzbereich bei Aktivierung offenbar deutlich absenkt. Das erscheint logisch, da gerade die Höhen beim offenen Hören nach außen dringen. Das geht natürlich auf Kosten der Musikqualität. Die Lautstärke stattdessen zu reduzieren, wenn man sich in einer Situation befindet, in der der Klang nicht nach außen dringen soll, erscheint in diesem Fall fast genauso sinnvoll.

Die Bassverstärkungsfunktion ist praktisch und eignet sich gut für Personen, die sich nicht besonders mit Klang beschäftigen und die Bässe einfach anheben möchten, wenn ihnen genau das im Klangbild fehlt. Die Bassverstärkung kann in drei Stufen eingestellt werden: aus, Stufe 1 und Stufe 2.

Nach der Bassverstärkung kommt der Equalizer, der ebenfalls auf Personen zugeschnitten ist, die sich nicht für Klang interessieren oder sich damit nicht besonders gut auskennen. Hier kann man zwischen fünf voreingestellten EQ-Einstellungen wählen: Pop, Rock, Elektronisch, Gesang verbessern und Klassik. Außerdem gibt es eine Einstellung namens „ANPASSEN“, bei der man den EQ selbst in drei Bändern einstellen kann: Bass, Mitten und Höhen. Da die CMF Clip Pro unter 90 Euro kosten und sich an eine Zielgruppe richten, die nicht „audiophil“ ist, finden wir es sinnvoll, dass Nothing auf Einfachheit setzt statt auf einen Zehnband-EQ, der schnell überwältigend wirken kann und gleichzeitig durch die Komponenten der Kopfhörer begrenzt wird, statt durch die Möglichkeit eines umfangreichen EQs.

Weitere erwähnenswerte Funktionen sind „Niedrige Latenz“, das beim Gaming eine geringere Reaktionszeit bietet, „Doppelverbindung“, die Multipoint ermöglicht, wenn du die Kopfhörer mit mehr als einem Gerät verbinden möchtest, sowie „Meine Ohrhörer finden“, das tatsächlich einen so lauten Ton ausgibt, dass er bei aktivierter Funktion problemlos vom einen Ende eines normal großen Hauses bis zum anderen zu hören ist. Wenn du weißt, dass du deine Kopfhörer leicht verlegst, kann diese Funktion für dich praktisch sein und funktioniert bei den CMF Clip Pro tatsächlich besonders gut.

Oberer Bereich der Startseite in der Nothing X-App, verbunden mit CMF Clip Pro
Unterer Bereich der Startseite in der Nothing X-App, verbunden mit CMF Clip Pro

Akkulaufzeit

  • Bis zu 32,5 Stunden Gesamtlaufzeit (10 Stunden über die Kopfhörer, 22,5 Stunden über das Ladecase)
  • 10 Minuten Schnellladen ermöglichen 4 Stunden Wiedergabe
Hellgraue CMF Clip Pro in geöffnetem Ladecase auf einem Glastisch mit Gras im Hintergrund

Bild: © TheSoundlabs

Die Akkulaufzeit der CMF Clip Pro ist mit 10 Stunden über die Kopfhörer und weiteren 22,5 Stunden über das Ladecase angegeben.

Vergleichen wir das mit unserer Erfahrung, scheinen diese Angaben etwas zu hoch angesetzt. Der LDAC-Codec ist dafür bekannt, etwas mehr Akku zu verbrauchen, weshalb wir vermuten, dass dies ein Teil des Grundes dafür ist, dass wir nicht ganz auf 10 Stunden kommen. Nach unserer Einschätzung haben wir etwa 7 Stunden erreicht, bevor der Akku leer war.

Im Vergleich zu anderen Open-Ear-Kopfhörern mit Clip-on-Konstruktion schlagen sich die Clip Pro gut. Die bereits erwähnten Huawei FreeClip 2 bieten bis zu 9 Stunden Akkulaufzeit und weitere 29 Stunden über das Case, während die OpenDots ONE 10 Stunden über die Kopfhörer und weitere 30 Stunden über das Ladecase bieten.

In der Nothing-X-App kann man außerdem den „Modus für lange Akkulaufzeit“ auswählen, der eine Gesamtwiedergabezeit von bis zu 36 Stunden bietet. Der Nachteil ist, dass weder räumlicher Klang noch Bassverstärkung genutzt werden können und AAC der einzige Codec ist.

Erwähnenswert ist außerdem, dass die CMF Clip Pro Schnellladen über das Case unterstützen. 10 Minuten Laden ermöglichen 4 Stunden Wiedergabe.

Klang

  • Der LDAC-Codec liefert eine gute Klangqualität
  • Die Mitten sind CMF Clip Pros größte Stärke
  • Der Bass kann nicht mit Kopfhörern mithalten, die direkten Kontakt mit dem Ohr haben
Hellgraue CMF Clip Pro auf kleinen Kieselsteinen im Sonnenlicht

Bild: © TheSoundlabs

Die Klangbewertung von Open-Ears lässt sich mit keiner Bewertung eines anderen Geräts vergleichen. Da die Abdichtung zwischen Ohr und Kopfhörer fehlt, leidet im Grunde immer der Bass, während das Klangbild breit und luftig wirkt.

Was wir jedoch jedem empfehlen können, der die CMF Clip Pro kauft, ist, direkt in die Einstellungen der Nothing-X-App zu gehen und vom AAC- auf den LDAC-Codec zu wechseln. Der Unterschied ist nämlich enorm. Es ist etwas schwer zu verstehen, warum standardmäßig ein schlechterer Codec ausgewählt ist. Der einzige Grund, der uns einfällt, ist, dass die Akkulaufzeit mit AAC etwas länger ausfällt. Aber glaub uns: Das ist es nicht wert.

Mit aktiviertem LDAC-Codec und auf „Pop“ eingestelltem EQ gehen wir nun einige Testtitel durch. Für diese Testrunde haben wir dieselben Songs ausgewählt, die wir bei der Bewertung der Soundcore C50i verwendet haben, um die beiden leichter miteinander vergleichen zu können.

Den Anfang macht „15 Step“ von Radiohead, ein Song, dessen Intro bei schlechteren Kopfhörern schnell wie ein „matschiges Durcheinander“ wirkt. Dieses Gefühl haben wir hier überhaupt nicht. Alle Instrumente sind deutlich hörbar und sauber voneinander getrennt – ein weiterer Vorteil von Clip-ons insgesamt ist, dass die Separation meist gut wirkt, auch wenn sie nicht immer völlig natürlich ist.

Das gesamte Klangbild wirkt jedoch überraschend natürlich, sogar so sehr, dass es zuweilen etwas in die langweiligere Richtung geht. Alle Ebenen lassen sich identifizieren und haben einen klaren Klang, der eindeutig in Ordnung geht. Im Vergleich zu deutlich teureren Kopfhörern gibt es noch Verbesserungspotenzial: Der Bass könnte etwas tiefer sein (was bei Clip-ons wie gesagt schwierig zu erreichen ist) und die Mitten könnten etwas nuancierter sein. Insgesamt liefern sie bei diesem Song jedoch eine gute Leistung.

Als Nächstes steht „Wouldn’t Have It Any Other Way“ von The Streets auf dem Programm, ein Song, von dem man nie genug bekommen kann (Scherz). Obwohl er nach längeren Hörphasen mit vielen verschiedenen Kopfhörern etwas anstrengend zu hören geworden ist, eignet er sich weiterhin gut dazu, Schwächen von Kopfhörern aufzudecken. Der Bass ist markant und neigt bei Kopfhörern, die damit nicht umgehen können, dazu, alles zu überlagern. Gleichzeitig sind die Höhen so scharf, dass sie bei Kopfhörern mit schlechterer Klangqualität beinahe in den Ohren schneiden. Nichts davon erleben wir bei den CMF Clip Pro. Beim Bass muss man sich bei Open-Ears offenbar nie Sorgen machen, dass er alles übernimmt – bei den CMF Clip Pro gilt das ebenfalls. Die Höhen kommen gut zur Geltung und sind sogar etwas zurückhaltender, als man erwarten könnte. Die Stimme und das Klavier in den Mitten klingen hier am besten: Das Klavier wirkt ausgewogen und glaubwürdig, während die Stimme natürlich und richtig positioniert ist.

Zum Abschluss kommen wir zu einem Song, der meisterhaft darin ist, zu zeigen, wie natürlich und klar ein Kopfhörer spielen kann. Die Rede ist von „I’m Not The Only One“ von Sam Smith. Auch bei diesem Song machen vor allem die Mitten mit Sams weicher Stimme und den Streichern den besten Eindruck. Der Bass klingt schön und hat eine runde Wiedergabe, gleichzeitig ist es physikalisch unmöglich für die CMF Clip Pro, mit Kopfhörern zu konkurrieren, die direkten Kontakt mit der Ohrmuschel haben. Das gilt natürlich nicht nur für die Clip Pro, sondern für alle Clip-on-Modelle. Die Höhen klingen gut und bieten klare Details, allerdings fehlt etwas Resonanz von der Snare, und die Becken könnten etwas mehr Kontur vertragen.

Alles in allem liefern die CMF Clip Pro eine gute Leistung – sowohl für Open-Ears unter 90 Euro als auch für Open-Ears generell. Sie schaffen es sogar, die Soundcore C50i in puncto möglichst natürlicher Klangwiedergabe deutlich zu übertreffen. Die C50i tendieren zu einer wärmeren Abstimmung, die vielen sicher besser gefallen kann. Wer jedoch bei seinen Clip-ons ein möglichst natürliches Klangbild sucht, sollte die CMF Clip Pro den Soundcore C50i vorziehen.

Angesichts des Preises ist es natürlich beeindruckend, wie detailliert wir jeden von uns analysierten Song betrachten können. Viele andere Hersteller in dieser Preisklasse lassen sich leicht als schlicht unzureichend abtun. Die CMF Clip Pro gehören definitiv nicht zu dieser Gruppe.

Fazit

  • Sehr preiswerte Alternative, bei der nichts billig wirkt
  • Die Fernbedienungsfunktion im Ladecase war eine positive Überraschung
  • Bessere Klangqualität als viele Konkurrenten in derselben Preisklasse
Ein hellgrauer CMF Clip Pro-Ohrhörer auf einem grauen Stein, daneben das Soundlabs-Empfiehlt-Emblem

Bild: © TheSoundlabs

CMF ist Nothings Budgetalternative auf dem Elektronikmarkt. An den CMF Clip Pro wirkt jedoch nichts billig. Das Ladecase könnte von einem exklusiveren Hersteller stammen, während auch die Kopfhörer optisch keine schlechte Figur machen. Auch wenn sie das Niveau des Cases nicht ganz erreichen.

Ohne wirklich revolutionäre Funktionen erhält man alles, was man im Alltag sinnvollerweise erwarten kann. Dabei denken wir vor allem an die EQ-Einstellungen, bei denen die Bassverstärkung einen deutlichen Unterschied macht. Das größte Verkaufsargument bei den Funktionen – von dem wir zunächst eher dachten, es sei ein Gimmick – ist jedoch, dass das Ladecase auch als Fernbedienung funktioniert. Das mag nach einer unnötigen Funktion klingen, aber wir haben sie während der Bewertung am Arbeitsplatz als echten Mehrwert erlebt. Das Ladecase direkt neben der Tastatur zu haben, um bequem Wiedergabe/Pause, Titelwechsel und Lautstärke zu steuern, statt am Ohr herumzufummeln, verleiht dem Alltag das gewisse Extra.

Wenn es jedoch darauf ankommt, ist der Klang trotz allem das Wichtigste, und erfreulicherweise machen die Kopfhörer auch in diesem Bereich keine schlechte Figur. Der Klang ist insgesamt natürlich, wobei vor allem die Mitten der große Star sind. Die Höhen sind klar und kommen schön zur Geltung, allerdings fehlen oben herum einige Details. Der Bass ist vorhanden und macht trotz allem einen guten Job. Wer jedoch ein echtes „Bassinferno“ erwartet, wird enttäuscht sein. Das ist keineswegs einzigartig bei den CMF Clip Pro. Wir haben bisher keine Open-Ears mit Clip-on-Konstruktion erlebt, die das Bassniveau liefern konnten, das echte Bassliebhaber erwarten. Es scheint physikalisch unmöglich zu sein.

Der größte und im Grunde einzige Nachteil, den wir bei den CMF Clip Pro finden können, ist die Gesprächsqualität. Selbst unter optimalen Bedingungen klingt die Stimme blechern und abgeschirmt. Ein Gespräch im Freien ist möglich, aber man muss darauf gefasst sein, lauter zu sprechen, um verstanden zu werden, während die andere Person kein völlig angenehmes Erlebnis haben wird.

Wenn du die CMF Clip Pro nicht hauptsächlich für Telefonate verwenden wirst, sind sie eine klare Empfehlung. Der Einführungspreis von 89 Euro ist ein No-Brainer.

Wir hatten das Privileg, die Clip Pro vor ihrer Markteinführung in Europa zu testen. Die offizielle Markteinführung erfolgt am 15. September – also Augen offen halten!

Test veröffentlicht: September 2026

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