In einigen der ausführlichsten Tests Deutschlands präsentieren wir …

SUPRA NiTRO-TX PRO im Test

Neues Design, neuer Klang, neue Funktionen – aber immer noch genauso gut?

Von TheSoundlabs, zuletzt aktualisiert am 5. Juni 2026

Schwarze SUPRA NiTRO-TX PRO im Ladecase auf einem großen grauen Stein in der Abendsonne

Foto: © TheSoundlabs

SUPRA NiTRO-TX PRO
SUPRA NiTRO-TX PRO
4,1/5

Als modernere Interpretation von SUPRAs In-Ears richtet sich der NiTRO-TX PRO an eine jüngere Zielgruppe, die kräftigen Bass schätzt. Wer eine möglichst natürliche Abstimmung sucht, sollte sich dagegen anderweitig umsehen.

Klangqualität 3,4/5
Komfort 5,0/5
Verarbeitungsqualität 4,9/5
Funktionen 4,0/5
Preis-Leistungs-Verhältnis 3,4/5

Vorteile

  • Schön, klein und handlich – ein bezauberndes Design
  • Sehr hoher Tragekomfort
  • Die Verarbeitung vermittelt Qualität
  • Gesprächsqualität besser als bei den Vorgängern
  • SUPRA-AUDIO-App mit EQ und anpassbarer Touchsteuerung

Nachteile

  • Für eine natürliche Wiedergabe ist die Abstimmung zu bassbetont
  • Teilweise scharfe Höhen und eher unauffällige Mitten
  • Touchsteuerung ist aus unserer Sicht ein Rückschritt
  • Die In-Ear-Sensoren funktionieren nicht immer zuverlässig

Einleitung

Schwarze SUPRA NiTRO-TX PRO auf Kunstrasen mit dem Ladecase im Hintergrund

Foto: © TheSoundlabs

Wenn Sound by Sweden – der Hersteller hinter SUPRA – ein neues Produkt auf den Markt bringt, stehen wir ganz vorn in der Schlange. Der Grund ist einfach: Wir wissen, wie gut SUPRA-Kopfhörer normalerweise klingen. Diesmal waren unsere Erwartungen allerdings etwas anders. Das Design wurde gegenüber der NERO-Serie deutlich verändert. Statt physischer Tasten setzt SUPRA nun auf Touchsteuerung, und auch der klassische Stiel, den viele andere Hersteller verwenden, hält Einzug. Gleichzeitig kommen neue Funktionen hinzu, darunter In-Ear-Sensoren, die erkennen sollen, ob die Kopfhörer im Ohr sitzen und die Wiedergabe beim Herausnehmen pausieren.

Auf dem Papier klingt das sinnvoll. Aus Erfahrung wissen wir jedoch, dass sowohl Touchsteuerung als auch solche Sensoren nicht immer zuverlässig funktionieren.

Auch der Treiber ist neu. Für die Wiedergabe ist nun der SBS10Dv.1 zuständig. Ob das ein Upgrade oder ein Downgrade ist, klären wir in unseren ausführlichen Klangtests nach dem standardisierten TheSoundlabs-Schema.

Weiterlesen und erfahren, wie sich das neue Design, die Funktionen und der Klang schlagen. Ist der SUPRA NiTRO-TX PRO die bessere Wahl als der Testsieger SUPRA NERO-TX PRO 2nd Gen, der in derselben Preisklasse liegt?

Preis

  • Gleicher Preis wie der Testsieger SUPRA NERO-TX PRO 2nd Gen
  • Starke Konkurrenz im Segment

Mit dem NiTRO-TX PRO führt Sound by Sweden SUPRA in ein neues Segment, in dem der Wettbewerb ausgesprochen hart ist. Es gibt zahlreiche Konkurrenten mit ähnlichen Konzepten, aber sehr unterschiedlicher Qualität und Preisgestaltung. Eine populäre Alternative sind die Samsung Galaxy Buds3 Pro, die zum Zeitpunkt unseres Tests etwa 25 bis 35 Euro mehr kosten.

Im eigenen Sortiment von Sound by Sweden gibt es kein Modell, das sich beim Zusammenspiel aus Design und Preis direkt mit dem NiTRO-TX PRO vergleichen lässt. Der NERO-TX PRO 2nd Gen, den wir bereits getestet haben, kostet zwar exakt gleich viel, unterscheidet sich bei Bauform und Klangabstimmung jedoch vollständig und lässt sich deshalb nicht direkt vergleichen.

Der Einführungspreis des SUPRA NiTRO-TX PRO liegt bei rund 120 Euro. Damit sind der NiTRO-TX PRO und der NERO-TX PRO 2nd Gen gemeinsam die teuersten Kopfhörer von Sound by Sweden. Da uns der NERO-TX PRO 2nd Gen in unserem Test stark beeindruckt hat, sind die Erwartungen entsprechend hoch.

Weiterlesen und erfahren, wie unsere Erfahrungen ausgefallen sind.

Verarbeitungsqualität, Design und Komfort

  • Die Verarbeitungsqualität liegt weit vor der vieler kleinerer Hersteller
  • Alles wirkt hochwertig – nichts knarzt oder quietscht
  • Der Komfort ist erstklassig
  • IPX5 für Regen und schweißtreibende Trainingseinheiten
  • Flugzeugverbundwerkstoff für extreme Haltbarkeit

Video: © TheSoundlabs

Beim NiTRO-TX PRO hat SUPRA ganz offensichtlich nach Westen geschaut – genauer gesagt zu einem bestimmten Hersteller aus Kalifornien. Daraus macht die Marke auch keinen Hehl. In neuem Marketingmaterial lässt sich leicht ein schwarzer Apfel erkennen. Entsprechend liegt ein Vergleich mit den AirPods Pro 3 nahe, auf die SUPRA selbst deutlich anspielt.

Das Ladecase misst 60 × 45 × 25 mm. Länge und Breite fallen etwas geringer aus als bei den AirPods Pro 3, dafür ist das Case nicht ganz so dünn. Jeder Ohrhörer wiegt 3,9 Gramm und damit rund 1 Gramm weniger als die AirPods Pro 3. Das Case selbst wiegt 45 Gramm und liegt damit exakt auf dem Niveau des AirPods-Pro-3-Cases. Auch die Abmessungen der Ohrhörer sind ähnlich: 31 mm Länge, 15 mm Breite und 25 mm Tiefe. Die AirPods Pro 3 messen 30,9 × 19,2 × 27 mm.

Die Ohrhörer besitzen – ebenso wie das Ladecase – eine matte Oberfläche, die sowohl gegen Kratzer als auch gegen Fingerabdrücke beständig wirkt. Uns gefällt das reduzierte, moderne Design sehr gut. Nichts fühlt sich billig oder lieblos konstruiert an. Gerade im Vergleich mit kleineren Herstellern liegt SUPRA hier deutlich vorn.

Jeder Ohrhörer besitzt drei Mikrofone, die strategisch an Vorderseite, Rückseite und nahe am Silikonaufsatz platziert sind. Sie sollen für kristallklare Sprachübertragung, ausgezeichnetes Noise Cancelling und präzise Sprachsteuerung sorgen. Wie gut das in der Praxis funktioniert, klären wir weiter unten.

Auf der Innenseite sitzt der Lichtsensor, der erkennen soll, ob der Ohrhörer im Ohr steckt, damit die Wiedergabe beim Herausnehmen pausiert. Direkt daneben befinden sich die Ladekontakte. Außen sitzen eine dezente weiße LED-Anzeige und darunter die Touchfläche.

Die Entscheidung für Touchsteuerung statt physischer Tasten sehen wir als Rückschritt. Bis heute haben wir keinen Kopfhörer mit Touchbedienung getestet, der die Präzision physischer Tasten erreicht. Auch beim NiTRO-TX PRO bleibt dieses Problem bestehen. Wir verstehen zwar den Reiz dieses Wegs – die meisten Hersteller entscheiden sich dafür, und es würde uns nicht überraschen, wenn Touchsteuerung sogar günstiger zu produzieren wäre als physische Tasten –, trotzdem wäre uns die frühere Lösung lieber gewesen. Unsere Erfahrungen mit der Touchsteuerung beschreiben wir im Funktionsabschnitt ausführlicher.

Für die Wiedergabe kommen dynamische 10-mm-Treiber zum Einsatz, die etwas größer sind als bei den NERO-TX-Modellen. Der Frequenzbereich ist mit 20 Hz bis 20 kHz angegeben, die Impedanz beträgt 32 Ohm.

Wie andere SUPRA-Kopfhörer besitzt auch der NiTRO-TX PRO eine IP-Klassifizierung, hier IPX5. Das ist dieselbe Klasse wie beim NERO-TX2 und eine Stufe unter dem NERO-TX PRO 2nd Gen mit IPX6. Das bedeutet, dass der NiTRO-TX PRO vollständig staubdicht ist und Strahlwasser aus einer Düse aushält. Damit lässt er sich bei Bedarf unter dem Wasserhahn abspülen und problemlos bei starkem Schweiß oder kräftigem Regen verwenden.

Auch SUPRAs Flugzeugverbundwerkstoff „SUPRA AeroTech FRP©“ kommt beim NiTRO-TX PRO zum Einsatz. Es handelt sich um dasselbe widerstandsfähige Material wie bei den NERO-TX-Modellen, bei dem man darauf vertrauen kann, dass die Ohrhörer auch bei physischer Belastung nicht einfach kaputtgehen. Während unseres Tests haben wir die Ohrhörer gedrückt, gebogen und intensiv in die Hand genommen. Sie wirken ausgesprochen robust – nichts knarzt oder quietscht.

Bei Komfort und Passform gibt es nichts zu kritisieren. Die mitgelieferten Silikonaufsätze passen hervorragend und sitzen sehr angenehm im Ohr; der Komfort ist sogar etwas besser als bei den NERO-TX-Modellen. Für kleinere oder größere Gehörgänge liegen zwei weitere Größen bei. Auch das Gewicht spielt den Ohrhörern in die Karten: Mit 3,9 Gramm sind sie nach kurzer Zeit kaum noch zu spüren. Sie wiegen lediglich 0,4 Gramm mehr als die NERO-TX-Modelle und sind deutlich leichter als die meisten Konkurrenzprodukte.

Gesprächsqualität und Noise Cancelling

  • SUPRA HexaTech© sorgt unabhängig von der Umgebung für gute Gesprächsqualität
  • Das Noise Cancelling ist für diese Preisklasse klar ordentlich
Zwei schwarze SUPRA NiTRO-TX PRO auf einer blauen Metallbank

Foto: © TheSoundlabs

In unseren Tests wirkte das Windgeräusch beim NiTRO-TX PRO gegenüber dem NERO-TX PRO 2nd Gen und dem NERO-TX2 reduziert. Bei starkem Wind oder beispielsweise beim Radfahren bleibt Wind hörbar, wird aber nie so störend, dass die Gegenseite das Gesagte nicht mehr versteht. Insgesamt ist die Gesprächsqualität gut und die Stimme wird sehr klar übertragen.

Das aktive Noise Cancelling liegt ungefähr auf dem Niveau der beiden NERO-Modelle NERO-TX PRO 2nd Gen und NERO-TX2. Genauer gesagt ordnet sich der NiTRO-TX PRO zwischen ihnen ein. Der NERO-TX PRO 2nd Gen scheint insgesamt etwas besser zu dämpfen, während beim NERO-TX2 mehr Wind und etwas mehr tieffrequenter Lärm durchdringen.

Damit liegt das Noise Cancelling im Mittelfeld und entfernt einen großen Teil der tiefen Frequenzen zuverlässig. Auch Wind wird ordentlich reduziert. Höhere Frequenzen dringen stärker durch als gewünscht; hier schneidet der NERO-TX PRO 2nd Gen besser ab. Gegenüber anderen Kopfhörern derselben Preisklasse ist das Ergebnis dennoch gut. Nur wenige Modelle um etwa 120 Euro machen es besser.

Im Vergleich mit wesentlich teureren Modellen bleibt zwar ein klarer Klassenunterschied. Wer jedoch mit klar ordentlichem Noise Cancelling zufrieden ist, für den kann der NiTRO-TX PRO eine gute Wahl sein.

Funktionen

  • Die Touchsteuerung funktioniert für eine Touchlösung gut, physische Tasten wären uns trotzdem lieber
  • Das Ladecase unterstützt kabelloses Qi-Laden
  • 10-Band-EQ für eigene Klangabstimmungen
  • Multipoint-Unterstützung
Schwarze SUPRA NiTRO-TX PRO im Ladecase auf hellgrauem Untergrund in der Abendsonne

Foto: © TheSoundlabs

Bei den Funktionen gibt es sowohl Bedienelemente direkt an den Ohrhörern und am Ladecase als auch zusätzliche Möglichkeiten in der SUPRA-AUDIO-App. Diese ist im App Store und bei Google Play erhältlich.

Beginnen wir mit der Bedienung direkt an den Ohrhörern. Wie bereits erwähnt, sind wir keine großen Freunde der Entscheidung, beim NiTRO-TX PRO auf Touchsteuerung zu setzen. Das ist allerdings eher eine grundsätzliche Einschätzung als Kritik an diesem speziellen Modell. Wer bereits Kopfhörer mit Touchsteuerung genutzt hat, weiß sicher, was wir meinen. Beim NiTRO-TX PRO funktioniert die Touchbedienung für diese Art der Steuerung dennoch gut. Die Eingaben werden schnell erkannt, und unbeabsichtigte Befehle kamen während unseres Tests überraschend selten vor. Trotzdem bleibt der Wechsel von physischen Tasten aus unserer Sicht ein Rückschritt.

Die Touchsensoren unterstützen Einfach-, Doppel-, Dreifach- und langen Druck. Beide Ohrhörer können getrennt konfiguriert werden. In der App unter „Controls“ lassen sich vorheriger Titel, nächster Titel, Lautstärke hoch, Lautstärke runter, Wiedergabe/Pause, ANC und Sprachsteuerung zuweisen.

Neu ist außerdem der In-Ear-Sensor. Er erkennt, wenn ein Ohrhörer aus dem Ohr genommen wird, pausiert die Wiedergabe und setzt sie beim Wiedereinsetzen fort. Das funktioniert gut, solange die Funktion genau so genutzt wird. Legt man den herausgenommenen Ohrhörer allerdings in die Tasche, etwa weil man nur einen Hörer verwenden möchte, kann eine regelrechte „Play/Pause-Bonanza“ entstehen. Deshalb hätten wir uns in der App eine Option zum Abschalten des Sensors gewünscht. Dieses Problem ist allerdings keineswegs einzigartig für den NiTRO-TX PRO, sondern tritt bei allen Kopfhörern mit ähnlicher Sensortechnik auf. Wer nur einen Ohrhörer nutzen möchte, fährt am besten damit, den zweiten im Ladecase aufzubewahren; so lässt sich der andere hervorragend allein verwenden.

Das Ladecase besitzt fünf weiße LEDs an der Vorderseite, die den aktuellen Akkustand anzeigen. Im Inneren sitzt eine physische Taste, die bei eingelegten Ohrhörern zum Start einer neuen Bluetooth-Kopplung verwendet werden kann.

Eine praktische Neuerung ist das kabellose Laden über Qi. Selbstverständlich lässt sich das Case weiterhin über USB-C laden; der Anschluss sitzt auf der Rückseite.

In der App findet sich zunächst „Controls“, dessen Funktionen wir bereits beschrieben haben. Daneben gibt es „ANC“ mit den Optionen Aus, Ein und Transparenz. Diese Funktion kann ebenfalls der Touchsteuerung zugewiesen werden.

Beim Equalizer stehen sechs Presets zur Verfügung: Standard, Gaming, Rock, Podcast, Bass und Energize. Zusätzlich kann ein eigener 10-Band-EQ erstellt werden. Gerade bei der deutlich bassbetonten Abstimmung des NiTRO-TX PRO ist diese Möglichkeit ausgesprochen nützlich.

„Find My Earbuds“ hilft dabei, verlegte Ohrhörer wiederzufinden. Eine eigene Standortbestimmung besitzen sie nicht; angezeigt wird der Ort, an dem das Smartphone die Kopfhörer zuletzt erkannt hat. Zusätzlich kann über die Funktion ein lauter Signalton abgespielt werden.

Darüber hinaus bietet die App einen Timer zum automatischen Ausschalten der Kopfhörer sowie Firmware-Updates, sobald neue Versionen verfügbar sind.

Auch Multipoint ist vorhanden. Damit können die Ohrhörer gleichzeitig mit mehr als einem Gerät verbunden sein, beispielsweise Smartphone und Computer. Inzwischen ist das bei den meisten neuen Kopfhörern allerdings nahezu Standard.

Screenshot der SUPRA-Audio-App mit dem Hauptmenü, in dem „Akkustand“, „Steuerung“, „ANC“, „Equalizer“ und „Meine Kopfhörer finden“ für die SUPRA NiTRO-TX PRO angezeigt werden
Screenshot der SUPRA-Audio-App mit den ANC-Einstellungen für die SUPRA NiTRO-TX PRO

Akkulaufzeit

  • 35 Stunden Gesamtlaufzeit (7 Stunden mit den Ohrhörern, weitere 28 Stunden über das Ladecase)
  • Akkulaufzeit auf dem Niveau der meisten Konkurrenten
Schwarze SUPRA NiTRO-TX PRO im Ladecase in der Hand eines Nutzers

Foto: © TheSoundlabs

Die Akkulaufzeit ist mit insgesamt 35 Stunden angegeben, davon 7 Stunden pro Ladung der Ohrhörer. Nach unseren Tests wirken diese Werte etwas optimistisch. Wir kamen geschätzt auf maximal etwa 6 Stunden pro Ladung. Auch die angegebene Kapazität des Cases von fünf vollständigen Ladezyklen erscheint eher hoch; drei bis vier Ladezyklen wirken realistischer.

Zum Vergleich: Die AirPods Pro 3 kommen insgesamt auf 24 Stunden und je nach Nutzung auf etwa 6,5 bis 8 Stunden pro Ladung der Ohrhörer. Damit bewegt sich der NiTRO-TX PRO in einem ähnlichen Bereich.

Die NERO-Serie bietet zwar eine deutlich längere Akkulaufzeit, was angesichts des massiven Powermag-II-Cases wenig überrascht. Insgesamt ist die Laufzeit des NiTRO-TX PRO dennoch klar ausreichend und entspricht dem, was die meisten anderen Hersteller bieten.

Klang

  • Wuchtiger und tiefer Bass
  • Am besten für elektronische Musik geeignet
  • Weniger überzeugend bei akustischer Musik
Ein schwarzer SUPRA-NiTRO-TX-PRO-Ohrhörer in der Hand eines Nutzers

Foto: © TheSoundlabs

Bei Design und Funktionen ähnelt der NiTRO-TX PRO vielen anderen Modellen dieser Preisklasse. Für viele Käufer dürfte deshalb vor allem der Klang entscheidend sein. Genau hier war unsere Bewertung am schwierigsten, denn der NiTRO-TX PRO besitzt eine deutlich andere Abstimmung als NERO-TX2 und NERO-TX PRO 2nd Gen. Während die NERO-Serie eher natürlich klingt, setzt der NiTRO-TX PRO deutlich stärker auf Bass. Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, hängt stark vom persönlichen Geschmack und insbesondere vom bevorzugten Musikgenre ab.

Aus unserer Sicht eignet sich der NiTRO-TX PRO am besten für elektronische Musik, bei der der Bass viel Raum bekommen darf. Bei Genres mit großem Dynamikumfang und vielen akustischen Instrumenten übernimmt der Tiefton dagegen schnell zu viel Raum, drängt sich vor den Mitteltonbereich und wirkt etwas matschig und träge. Auch die Trennung zwischen den Frequenzbereichen leidet darunter.

Beginnen wir wie gewohnt mit „15 Step“ von Radiohead. Der EQ steht auf „Standard“. Im komplexen Intro lassen sich die Instrumente zunächst gut voneinander trennen. Der Bass ist klar überbetont, klingt dabei aber anfangs am überzeugendsten. Die Becken wirken ordentlich, neigen jedoch etwas zur Schärfe. Clap-Sounds und Snare klingen leicht flach und eingeengt. Die Stimme ist klar akzeptabel und gut im Mix positioniert, hat aber eine leicht nasale Tendenz. Zusammengefasst ist der Bass wuchtig und druckvoll, die Mitten wirken etwas anonym und die Höhen detailreich und knackig, dabei jedoch eher scharf.

Als Nächstes folgt „Wouldn’t Have It Any Other Way“ von The Streets. Hier wird deutlicher, dass der NiTRO-TX PRO für diese Art von Musik weniger geeignet ist. Der Bass wirkt massiv, während Snare und Stimme in den Mitten flach klingen. In den Höhen werden Triangel und Spitzen der Snare zu scharf. Insgesamt fällt der Eindruck deshalb eher schwach aus. Der Bass klingt zwar für sich genommen gut, ist aber unbestreitbar überbetont und beeinflusst auch Mike Skinners Stimme negativ.

Normalerweise verwenden wir als letzten Titel „I’m Not The Only One“ von Sam Smith. Um dem NiTRO-TX PRO allerdings eine faire Chance zu geben und zu zeigen, wie gut er unter passenden Bedingungen funktionieren kann, wählen wir diesmal stattdessen „My System“ von Felicia. Hier fühlt sich der NiTRO-TX PRO deutlich wohler. Der ohnehin kräftige Bass wirkt voll, tief und für das Genre genau richtig. Eine leicht übertriebene Bassmenge kann hier sogar willkommen sein. Felicias Stimme kommt überraschend gut zur Geltung und klingt glaubwürdig und natürlich. Die Höhen sind in Ordnung, spielen in diesem Titel allerdings eine eher kleine Rolle – was der Abstimmung entgegenkommt.

Mit „My System“ zeigt der NiTRO-TX PRO deutlich, dass er seine Stärken vor allem bei elektronischer Musik ausspielt, wenn der Bass die Hauptrolle übernehmen darf. Wer kräftigen Bass liebt, könnte hier genau richtig liegen. Wer dagegen möglichst natürlich klingende In-Ears sucht, sollte eher zu einem anderen Modell greifen.

Fazit

  • In-Ears für Bassfans
  • Klare Gesprächsqualität unabhängig von der Umgebung dank SUPRA HexaTech©
  • Gut funktionierendes Noise Cancelling
Ein Paar schwarze SUPRA NiTRO-TX PRO auf einem Eichentisch

Foto: © TheSoundlabs

Mit dem SUPRA NiTRO-TX PRO führt Sound by Sweden seine In-Ear-Kopfhörer in eine andere Richtung. Zum selben Preis wie der Testfavorit SUPRA NERO-TX PRO 2nd Gen versucht die Marke offenbar, eine jüngere Zielgruppe anzusprechen, die sich stärker an der Ästhetik großer Hersteller orientiert.

Auch wenn uns die Entscheidung für Touchsteuerung nicht vollständig überzeugt, dürfte sie Nutzer ansprechen, die Touch moderner und zeitgemäßer finden als physische Tasten.

Die In-Ear-Sensoren funktionieren weder besser noch schlechter als bei anderen von uns getesteten In-Ears mit Sensoren. Wird die Funktion so verwendet, wie vom Hersteller vorgesehen – also für kurzes Herausnehmen, etwa um ein paar Worte mit jemandem zu wechseln – arbeitet sie gut. Eine Option zum Deaktivieren in der App wäre trotzdem wünschenswert – vielleicht kommt sie mit einem späteren Update.

Das Noise Cancelling ist für diese Preisklasse sehr gut. Auch die Gesprächsqualität könnte die beste sein, die SUPRA bislang angeboten hat. Wind und laute Umgebungen sind kein Problem mehr für Telefongespräche.

Die deutlich andere Klangabstimmung war die größte Überraschung. Der NiTRO-TX PRO bietet wesentlich mehr Bass als die SUPRA-Modelle, die wir zuvor getestet haben, wodurch die übrigen Frequenzbereiche teilweise in den Hintergrund rücken. Auch das spricht dafür, dass Sound by Sweden mit diesem Modell eine jüngere Zielgruppe ansprechen möchte, die nicht zwingend maximale Natürlichkeit sucht, sondern bei elektronischer Musik vor allem mehr als genug Bass erwartet.

Insgesamt besitzt der SUPRA NiTRO-TX PRO das Potenzial, ein weiterer Verkaufserfolg zu werden. Die Funktionsausstattung ist umfangreich und ähnelt der vieler teurerer Modelle. Die Verarbeitung bleibt weiterhin tadellos; hier können kleinere Hersteller nur schwer mithalten.

Auch die bassbetonte Klangcharakteristik ist keineswegs ungewöhnlich. Wer jedoch eine natürlichere Abstimmung sucht, ist mit dem SUPRA NERO-TX PRO 2nd Gen oder dem SUPRA NERO-TX2 besser beraten.

Test veröffentlicht: Juni 2026

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